Bei der Verwaltung mehrsprachiger Inhalte muss zunächst zwischen „Hauptinhalt“ und „Sprachkopien“ unterschieden werden, um Versionschaos zu vermeiden. Das häufigste Problem besteht nicht darin, dass die Übersetzung zu langsam erfolgt, sondern darin, dass derselbe Inhalt in den einzelnen Sprachen separat geändert wird und dadurch Titel, Schaltflächentexte, Bildbeschreibungen und Landingpage-Parameter am Ende nicht mehr zusammenpassen. Die Seiten wirken wie ein und derselbe Artikel, sind tatsächlich jedoch bereits aus mehreren unterschiedlichen Versionen zusammengesetzt. Dadurch werden Such-, Weiterleitungs- und Conversion-Prozesse beeinträchtigt.
Die tatsächlich problematischen Stellen liegen häufig nicht in langen übersetzten Textpassagen, sondern in kleinen Feldern. Beispielsweise wird auf der englischen Seite „Anfrage einreichen“ in „Angebot anfordern“ geändert, während die französische Seite noch die alte Schaltfläche verwendet. Die Hauptwebsite aktualisiert das Produktmodell, aber die Spezifikationstabelle auf der spanischen Seite wird nicht synchronisiert. In einigen Sprachversionen werden Bilder geändert, während Alternativtexte, Dateinamen und Linkanker nicht gemeinsam aktualisiert werden. Bei der Verwaltung mehrsprachiger Inhalte führen solche Details leichter zu Fehlinterpretationen als ganze Textabschnitte, da sie häufig als „optionale Zusatzinformationen“ betrachtet werden.
Um ein solches Durcheinander zu vermeiden, muss zunächst eine grundlegende Regel festgelegt werden: Alle Sprachversionen müssen an dieselbe Inhaltsquelle gebunden sein. Jede Änderung wird zunächst im Haupttext vorgenommen und anschließend an die einzelnen Sprachen verteilt. Unterschiedliche Sprachredaktionen sollten keine unabhängigen Dokumente speichern, und vorübergehende Änderungen sollten nicht direkt in die veröffentlichte Seite geschrieben werden. Eine zuverlässigere Vorgehensweise besteht darin, jedem Inhalt eine einheitliche ID zuzuweisen und Titel, Zusammenfassung, Haupttext, Bildbeschreibung, Weiterleitungslink und Formularfelder demselben Datensatz zuzuordnen. Sobald sich die Versionsnummer ändert, lässt sich für die jeweiligen Sprachen erkennen, ob sie veraltet sind.
In der Praxis darf die Versionskontrolle nicht nur prüfen, „ob etwas geändert wurde“, sondern muss auch erfassen, „was geändert wurde“. Wird lediglich ein Tippfehler korrigiert, ist der betroffene Umfang gering. Werden jedoch zentrale Verkaufsargumente ersetzt, Parametertabellen angepasst oder Aktionszeiträume aktualisiert, müssen alle Sprachversionen erneut überprüft werden. Besonders in Szenarien, die Website- und Marketingdienstleistungen integrieren, werden Inhalte häufig für Landingpages, Anzeigentexte, Social-Media-Profile und E-Mail-Vorlagen verwendet. Wenn der Haupttext einer Seite geändert wird, die externen Werbematerialien aber nicht synchronisiert werden, gelangen Nutzer möglicherweise auf eine Seite, auf der sie eine andere Darstellung vorfinden.
Auch die Terminologievereinheitlichung ist entscheidend. Viele Unternehmen übersetzen denselben Begriff in mehreren Varianten, beispielsweise werden „Anfrage“, „Lead“ und „Beratungsanfrage“ gemischt verwendet. Oder derselbe Produktname wird in den einzelnen Sprachen jeweils unterschiedlich transliteriert. Dadurch können Inhalte im Backend zwar scheinbar problemlos veröffentlicht werden, im Frontend ist jedoch keine einheitliche Identifizierung möglich. Eine zuverlässige Vorgehensweise besteht darin, ein Terminologieverzeichnis und eine Liste nicht zulässiger Begriffe zu pflegen. Darin sollten feste Schreibweisen für Produktnamen, Funktionsbezeichnungen, Maßeinheiten, Länder- und Regionsnamen, Währungen, Datumsformate sowie Verben für Schaltflächen festgelegt werden. Werden Einheiten wie „mm“, „cm“ und „inch“ auf einer Seite gemischt verwendet, werden sowohl die Prüfung zwischen Frontend und Backend als auch die manuelle Kontrolle aufwendiger.
Auch die Versionsverwaltung von Bildern und Anhängen darf nicht vernachlässigt werden. Ein häufiges Missverständnis bei mehrsprachigen Seiten besteht darin, nur den Text zu ersetzen, nicht jedoch die in den Bildern enthaltenen Textinformationen. Wenn ein Bild eine Modellnummer, eine Benutzeroberflächenbezeichnung oder einen Aktionsslogan enthält, sollte die übersetzte Version als eigenständiges Material behandelt werden. Dateinamen sollten idealerweise Sprachcode und Versionsnummer enthalten. Dasselbe Hauptbild sollte nicht in mehreren Sprachordnern unter einer unklaren gemeinsamen Bezeichnung verwendet werden, da später nur schwer feststellbar ist, welches Bild aktuell verwendet werden darf. Bei Seiten mit Tabellen, Parameterkarten oder aufklappbaren FAQ-Bereichen werden Anhänge noch leichter übersehen als der Haupttext.
In den Abstimmungsprozessen entstehen Probleme häufig durch die Reihenfolge der Prüfungen. Wird zuerst die Übersetzung und erst danach der Ausgangstext geprüft, können die einzelnen Sprachversionen zwar jeweils für sich stimmig sein, ihnen fehlt jedoch ein einheitlicher Bezugspunkt. Zuverlässiger ist es, zunächst die Inhalte in der Hauptsprache zu bestätigen und zu fixieren und anschließend die vier Schritte Übersetzung, Korrektur, Layout und Veröffentlichung durchzuführen. Vor der Veröffentlichung müssen nicht nur die Texte selbst geprüft werden, sondern auch, ob die Schaltflächen weiterhin auf die richtigen Seiten verweisen, ob interne Anker funktionieren und ob Paginierung und Seitenwechsel in allen Sprachen einheitlich bleiben. Bei regional angepassten Schreibweisen sollten beispielsweise auch Telefonformate, Adressschreibweisen und die Position der Steuernummer in der jeweiligen lokalen Version gesondert geprüft werden.
Manche Versionsprobleme werden nicht vom Übersetzungsteam verursacht, sondern durch die Vielzahl der Inhaltsquellen. Wenn Produktbeschreibungen, Aktionsseiten, Blogs, Hilfecenter und Werbe-Landingpages gleichzeitig aktualisiert werden, kommt es ohne einen einheitlichen Änderungsprozess dazu, dass eine Änderung an einer Stelle an mehreren anderen Stellen nicht übernommen wird. Häufig geänderte Felder wie Preisangaben, Lagerbestand, Lieferzeit, Kontaktdaten und CTA-Texte können separat verwaltet werden, damit sie nicht in langen Texten verborgen bleiben. So lassen sich wichtige Felder auch dann sprachübergreifend aktualisieren, wenn der Haupttext unverändert bleibt, und das Risiko vergessener Änderungen wird reduziert.
Wenn Inhalte externe Links oder Themenseiten enthalten, muss auch die Linkverwaltung in die Versionskontrolle aufgenommen werden. Bei einem Link geht es nicht nur darum, ob die Adresse erreichbar ist, sondern auch darum, ob die Zielsprache der Weiterleitung mit der aktuellen Sprache übereinstimmt. Beispielsweise kann ein Text auf bestimmten Seiten den Link Untersuchung der Finanzverwaltung im Krankenhausbau unter den Rahmenbedingungen des neuen Rechnungslegungssystems enthalten. Solche eingebetteten Links können in den verschiedenen Sprachversionen beibehalten werden. Kontext, Ankertext und die Sprache der Zielseite sollten jedoch übereinstimmen, da andernfalls beim Lesen ein Bruch entsteht. In der Regel reicht es aus, einen Link einmal einzufügen; eine wiederholte Häufung würde die Lesbarkeit beeinträchtigen.
Während der Pflege sollte man die Protokolle und nicht nur das Ergebnis betrachten. Wenn nach der Veröffentlichung festgestellt wird, dass der Titel einer Sprachseite überschrieben wurde, die Absatzreihenfolge nicht stimmt oder ein Bild nicht ersetzt werden konnte, sollte zunächst das Änderungsprotokoll und anschließend die Vorlage sowie die Feldzuordnung geprüft werden. Viele Versionsfehler sind keine Übersetzungsfehler, sondern entstehen dadurch, dass Felder der falschen Sprachzuordnung zugewiesen wurden oder der Cache nicht aktualisiert wurde und weiterhin alte Inhalte angezeigt werden. Bei regelmäßig aktualisierten Inhalten ist es wichtig, Wiederherstellungspunkte zu behalten, damit fehlerhafte Versionen schnell auf die zuletzt verwendbare Version zurückgesetzt werden können.
Die Verwaltung mehrsprachiger Inhalte stellt letztlich die Fähigkeit zur strukturierten Organisation auf die Probe: Ausgangstext, Übersetzung, Materialien, Links, Prüfung und Veröffentlichung müssen eindeutig einander zugeordnet sein. Je größer die Inhaltsmenge, desto weniger kann man sich auf Gedächtnis und spontane Abstimmungen verlassen. Wenn Versionsnummern, Terminologieverzeichnis, Feldzuordnungen und Veröffentlichungsprotokolle konsequent gepflegt werden, wird Versionschaos meist von einem „ständigen Problem“ zu einem „nachverfolgbaren Problem“.
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