Wenn Unternehmen über den Aufbau einer Website für Marketingzwecke sprechen, denken sie zuerst an Werbung, Optimierung und Besucherzahlen. Eine niedrige Conversion-Rate bei B2B-Anfragen liegt jedoch häufig nicht daran, dass „nicht genügend Besucher kommen“, sondern daran, dass Besucher nach dem Aufrufen der Website nicht innerhalb kurzer Zeit drei Dinge erkennen können: Was bieten Sie an? Können Sie mein Problem lösen? Lohnt es sich für mich, jetzt meine Kontaktdaten zu hinterlassen?
Wenn man also wirklich beantworten möchte, „wie der Aufbau einer Marketing-Website die Conversion-Rate von B2B-Anfragen steigert und womit man zuerst beginnen sollte“, geht es in der Regel nicht darum, die Seiten möglichst attraktiv zu gestalten. Vorrangig sollten die drei Bereiche Wertdarstellung, Vertrauensaufbau und Conversion-Handlung klar strukturiert werden. Die folgende Checkliste eignet sich besonders für Geschäftsführer, Marketingleiter und Vertriebsverantwortliche, da viele scheinbare Website-Probleme im Kern auf eine fehlende Abstimmung zwischen geschäftlicher Kommunikation und Strategien zur Kundengewinnung zurückzuführen sind.
Der sichtbare Einstiegsbereich der Startseite ist weder eine verkürzte Unternehmensvorstellung noch ein Bereich, in dem einfach alles platziert wird, was die Geschäftsführung sagen möchte. Für B2B-Einkäufer ist die wichtigste Funktion des Einstiegsbereichs die „schnelle Beurteilung der Relevanz“. Wenn Besucher erst zwei oder drei Bildschirmseiten scrollen müssen, um zu erkennen, ob Sie Anlagen, Lösungen, Auftragsfertigung oder Dienstleistungen anbieten, beginnt dieser Traffic bereits verloren zu gehen.
Sie können die folgenden Punkte direkt prüfen:
Der häufigste Fehler ist offensichtlich: Die Überschrift klingt wie ein Marken-Werbefilm, während der Besucher eigentlich einen Lieferanten sucht. Besonders in Branchen mit hohen Entscheidungskosten wie dem internationalen Fertigungsgewerbe, bei Industrieprodukten und Unternehmensdienstleistungen gilt: Je umständlicher die Startseite, desto weniger Anfragen gehen ein.

Viele Websites platzieren Informationen wie „Gründungsjahr, Teamgröße und Anzahl der betreuten Kunden“ sehr weit oben. Diese Angaben sind nicht grundsätzlich falsch, aber die Reihenfolge darf nicht vertauscht werden. Besucher aus dem B2B-Bereich möchten beim ersten Aufrufen der Website vor allem wissen: Bedienen Sie meine Produktkategorie? Können Sie meine Anforderungen bearbeiten? Verfügen Sie über Erfahrung mit Lieferzeiten, individuellen Anpassungen, Zertifizierungen, Sprachen und der Anpassung an verschiedene Märkte?
Wenn Sie integrierte Website- und Marketingdienstleistungen anbieten, darf die Seite nicht nur über „Website-Erstellung“ sprechen. Entscheidungsträger interessieren sich stärker dafür, ob die Website nach ihrer Erstellung von Suchmaschinen indexiert werden kann, Werbekampagnen aufnehmen kann, mehrere Sprachen unterstützt und Suchanfragen sowie Kontaktanfragen von Kunden aus unterschiedlichen Regionen im Ausland abdeckt. Dies sind die entscheidenden Beurteilungskriterien vor einer Conversion.
Eine praktische Methode besteht darin, die Inhalte auf der Startseite und den wichtigsten Landingpages in folgende Reihenfolge zu bringen: Kundenproblem, Lösungsweg, Kompetenznachweis und Handlungseinstieg. Dadurch ähnelt die Seitenlogik eher einem Verkaufsgespräch als einem Geschäftsbericht.
Eine der Seiten mit der niedrigsten Conversion-Rate auf B2B-Websites ist die Produktseite, die wie ein Katalog wirkt, sowie die Lösungsseite, die wie ein allgemeiner Konzepttext formuliert ist. Nach dem Lesen können Besucher nicht beurteilen, ob das Angebot für sie geeignet ist, und senden daher selbstverständlich keine Anfrage.
Eine wirklich conversionstarke Seite sollte mindestens die folgenden Fragen beantworten:
Besonders bei lösungsorientierten Geschäftsmodellen sollten Sie nicht nur schreiben „Wir bieten Komplettlösungen aus einer Hand“. Der Einkauf muss wissen, welche Schritte eine Komplettlösung tatsächlich umfasst, was in der aktuellen Phase sinnvoll ist und was erst gestartet werden sollte, wenn Materialien, Budget, Website-Struktur oder Zielmarkt feststehen.
B2B-Anfragen unterscheiden sich von B2C-Bestellungen. Wenn Kunden ihre Kontaktdaten hinterlassen, erklären sie sich bereit, in einen anschließenden Vertriebsprozess einzutreten. Deshalb führen sie zunächst eine Risikobewertung durch. Ob eine Website „überprüfbare Informationen“ enthält, entscheidet in dieser Phase darüber, ob Sie qualifizierte Anfragen oder lediglich beiläufig hinterlassene Kontaktdaten erhalten.
Prüfen Sie insbesondere, ob die folgenden vier Inhaltskategorien an den richtigen Stellen platziert sind:
Ein leicht zu übersehendes Detail: Vertrauensinformationen sollten nicht vollständig auf der Seite „Über uns“ gebündelt werden. Vertrauenselemente, die tatsächlich die Conversion beeinflussen, sollten auf der Startseite, den Lösungsseiten, Landingpages und in der Nähe des Kontaktformulars verteilt werden. Denn die meisten Besucher öffnen die Seite „Über uns“ überhaupt nicht gezielt.
Viele Unternehmen machen aus dem Anfrageformular einen Qualifikationsfragebogen: Name, Unternehmen, Land, Telefon, E-Mail-Adresse, Budget, Produktmodell, Einkaufsmenge und Beschreibung der Anforderungen dürfen nicht fehlen. Das erleichtert zwar dem Vertrieb die Vorauswahl, führt auf der Marketingseite jedoch zu einer niedrigeren Conversion-Rate.
Für B2B-Besucher beim ersten Kontakt gilt: Je höher der Aufwand für die Kontaktaufnahme, desto geringer die Bereitschaft zur Übermittlung. Eine stabilere Vorgehensweise ist die schrittweise Erfassung von Informationen:
Prüfen Sie außerdem, ob nach dem Absenden eine klare Rückmeldung erfolgt. Bei vielen Websites passiert nach dem Klick auf „Senden“ nichts oder es erscheint lediglich eine sehr allgemeine Erfolgsmeldung. Der Nutzer weiß dann nicht, was als Nächstes geschieht. Teilen Sie am besten mit, wann und auf welchem Weg Sie Kontakt aufnehmen und ob gleichzeitig Unterlagen oder Lösungen versendet werden können.
Das Management betrachtet Websites häufig am Computer und findet, dass die Seite gut aussieht. Im tatsächlichen Traffic ist der Anteil mobiler Zugriffe jedoch oft beträchtlich. Besonders Besuche aus sozialen Medien, Anzeigen und Suchanfragen nach Markenbegriffen landen möglicherweise zunächst auf einem Smartphone.
Bei der Prüfung der mobilen Darstellung sollten Sie nicht nur darauf achten, „ob die Seite geöffnet werden kann“, sondern auch auf folgende Punkte: Werden die wichtigsten Inhalte im Einstiegsbereich verdrängt? Sind die Buttons ausreichend deutlich? Lässt sich das Formular problemlos ausfüllen? Ist die Ladezeit zu lang? Verdeckt der Kundenservice-Einstieg wichtige Inhalte? Wenn Kunden nach dem Öffnen horizontal scrollen, die Ansicht vergrößern oder wiederholt zwischen Eingabemethoden wechseln müssen, ist dieser Lead mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren.
Beim Aufbau einer Marketing-Website gibt es zur Steigerung der Conversion-Rate von B2B-Anfragen ein weiteres häufig unterschätztes Problem: unterschiedliche Such- und Kanalintentionen. Nutzer aus der SEO-Suche suchen meist nach Antworten und vergleichen Lösungen; Besucher aus Anzeigen möchten eher schnell eine Beurteilung vornehmen; Besucher aus sozialen Medien achten zunächst auf Markenvertrauen und die Darstellung von Referenzen. Wenn sämtlicher Traffic auf dieselbe allgemeine Startseite geleitet wird, kann die Seite die unterschiedlichen Entscheidungsphasen nur schwer abdecken.
Effektiver ist es, Seiten für unterschiedliche Szenarien vorzubereiten: Markenbegriffe führen zur Startseite, Produktbegriffe zur Produktseite, lösungsbezogene Suchbegriffe zur Lösungsseite und Anzeigen zu speziellen Landingpages. Je besser die Seite der Suchintention entspricht, desto leichter steigt die Anfragequote.
Bei manchen Websites liegt das Problem nicht in den Conversion-Texten, sondern darin, dass die technische Grundlage für eine langfristige Kundengewinnung ungeeignet ist. Beispiele sind eine unübersichtliche Seitenstruktur, nicht lesbare URLs, als Bilder eingebettete Kerninhalte, sich gegenseitig beeinträchtigende Sprachversionen oder wichtige Seiten ohne eigenständiges Thema. Solche Probleme sind kurzfristig oft nicht sichtbar, beeinträchtigen später jedoch SEO, die Aufnahme von Werbetraffic und den Ausbau mehrsprachiger Inhalte.
Wenn ein Unternehmen zusätzlich internationale Werbung betreiben möchte, sollte der spätere Betrieb bereits beim Website-Aufbau berücksichtigt werden: Lassen sich Inhalte kontinuierlich erweitern? Können Seiten unterschiedliche Märkte bedienen? Wird eine mehrsprachige Inhaltsverwaltung unterstützt? Können Werbe- und Suchkanäle bequem parallel weiterentwickelt werden? Die Website ist nicht mit ihrer Fertigstellung abgeschlossen, sondern sollte das Fundament des späteren Systems zur Kundengewinnung bilden.
Wenn Sie jetzt mit Anpassungen beginnen möchten, sollten Sie nicht alles umfassend überarbeiten. Ordnen Sie die Maßnahmen zunächst nach ihrer Auswirkung auf die Conversion:
Letztlich geht es bei der Steigerung der Conversion einer B2B-Website weder um möglichst viele Seiten noch um eine Ansammlung technischer Begriffe. Zuerst sollten die Stellen verbessert werden, an denen Kunden zögern, Inhalte nicht verstehen oder ihre Kontaktdaten nur ungern hinterlassen. Wenn diese Abläufe miteinander verbunden sind, wird der Traffic wertvoller und die weitere Vertriebsbearbeitung deutlich leichter.
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