Wie werden Website-Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleistungen normalerweise abgerechnet? Dafür gibt es keine einheitliche Preisliste. Die tatsächlichen Kosten hängen in der Regel nicht einfach davon ab, in wie viele Sprachen übersetzt werden soll, sondern davon, wie umfangreich der Ausgangsinhalt ist, wie komplex die Seitenstruktur ist, wie stark sich Fachbegriffe konzentrieren, ob SEO-Elemente gleichzeitig bearbeitet werden müssen und ob vor oder nach dem Go-live technische Unterstützung erforderlich ist. Auf den ersten Blick handelt es sich jeweils um Übersetzungen, tatsächlich kann der Leistungsumfang jedoch stark variieren: Manche benötigen lediglich die Übertragung chinesischer Texte in Fremdsprachen, während andere Seitentitel, URLs, Button-Längen, Formularfelder, Downloadmaterialien, rechtliche Hinweise, Währungen und Einheiten sowie Texte in Bildern so anpassen lassen möchten, dass alles direkt veröffentlicht werden kann. Entsprechend liegen die Preise in sehr unterschiedlichen Bereichen.
Sehen wir uns zunächst die gängigsten Abrechnungsmodelle an. In der Branche wird üblicherweise nach Wortzahl, Sprache, Seite, Projektpaket oder als Gesamtleistung aus „Übersetzung + Lokalisierung + Veröffentlichung“ kalkuliert. Die Abrechnung nach Wortzahl eignet sich für Unternehmenswebsites mit klarer Inhaltsstruktur, beispielsweise Unternehmensvorstellungen, Produktseiten, Newsseiten und häufig gestellte Fragen. Die Abrechnung nach Seiten ist besser für Websites geeignet, bei denen der Inhaltsumfang schwankt und der Designanteil höher ist. Projektpakete sind bei der Neugestaltung mehrsprachiger Websites, der gebündelten Veröffentlichung ausländischer Landingpages und der langfristigen Pflege von Onlineshops üblich. Oberflächlich betrachtet unterscheiden sich nur die Abrechnungsmethoden; tatsächlich werden damit die Leistungsgrenzen definiert: Wird nur der Text geliefert oder auch in das Website-System eingepflegt und auf Darstellungsprobleme geprüft?
Die Anzahl der Sprachen ist der offensichtlichste Kostenfaktor, führt aber nicht einfach zu einer proportionalen Vervielfachung. Für Englisch sind die Abläufe in der Regel am etabliertesten und es stehen mehr Terminologieressourcen zur Verfügung. Deutsch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Japanisch, Koreanisch und andere Sprachen können aufgrund unterschiedlicher Zeichenlängen, Layoutregeln oder Prüfanforderungen zusätzliche Kosten verursachen. Bei Arabisch muss beispielsweise die Anpassung der Benutzeroberfläche an die Schreibrichtung von rechts nach links berücksichtigt werden. Deutsche Komposita sind häufig länger, wodurch Navigationsleisten, Buttons und Tabellen mit Produktparametern leicht überlaufen können. Im Japanischen wird dagegen oft eine stärker an die lokale Geschäftskommunikation angepasste Ausdrucksweise erwartet. Die Preisunterschiede entstehen häufig durch diese nachgelagerten Anpassungen und nicht allein durch den Übersetzungsvorgang.
Der fachliche Anspruch des Inhalts beeinflusst den Preis erheblich. Allgemeine Unternehmensvorstellungen, Teamprofile und grundlegende Servicebeschreibungen lassen sich in der Regel effizienter bearbeiten. Bei Inhalten zu Industrieanlagenparametern, Materialeigenschaften, Zertifizierungsunterlagen, Verpackungsspezifikationen, Installationsbedingungen, Transportbeschränkungen und Kundendienstbedingungen müssen zunächst die Fachbegriffe vereinheitlicht und anschließend Einheitenumrechnungen sowie die logischen Zusammenhänge im Kontext geprüft werden. Auf manchen Seiten finden sich gleichzeitig Produktmodelle, Schnittstellenbeschreibungen, Prozessabläufe, Anwendungsumgebungen und Wartungshinweise. Wenn solche Inhalte wie gewöhnliche Werbetexte behandelt werden, treten später leicht Fehlübersetzungen auf: So können „Toleranz“, „Last“, „Oberflächenbehandlung“, „Schutzart“ oder „Betriebstemperatur“ zwar scheinbar korrekt, in der Branche jedoch unüblich übersetzt werden. Je höher der fachliche Anspruch, desto höher die Kosten für die Prüfung und desto größer die Preisunterschiede.
Auch der Umfang der Website verändert die Preisstruktur. Viele Websites sind nicht automatisch teurer, nur weil sie mehr Seiten haben. Zeitaufwendig sind vor allem Inhalte mit geringer Wiederholungsrate, vielen Modulen und zahlreichen verborgenen Texten. Eine Produktkatalogseite wirkt beispielsweise auf den ersten Blick überschaubar, kann aber tatsächlich Filteroptionen, Tooltips, Download-Pop-ups, Anfrageformulare, Fehlermeldungen, E-Mail-Vorlagen und Seiten mit Ergebnissen der internen Suche enthalten. Wenn diese Inhalte nicht vorab vollständig exportiert werden, werden sie während der Übersetzung leicht übersehen. Ein weiteres häufiges Problem besteht darin, dass derselbe Text im CMS an mehreren Stellen in verschiedenen Vorlagen wiederholt wird. Wird vorab keine Inhaltsbereinigung durchgeführt, berechnet der Dienstleister nach der gesamten extrahierten Textmenge, wodurch die Kosten höher als erwartet ausfallen können.
SEO-Anforderungen erhöhen die Lokalisierungskosten deutlich. Nur den Fließtext zu übersetzen und eine Website indexierbar, auffindbar und langfristig erweiterbar zu machen, sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Wenn mehrsprachige Title-Tags, Description-Tags, Bild-Alt-Texte, Produkt-URLs, Breadcrumbs und Textfelder in strukturierten Daten bearbeitet werden müssen, liegen die Kosten normalerweise über denen einer reinen Übersetzung. In komplexeren Fällen müssen außerdem Keywords für den Zielmarkt neu formuliert werden, anstatt die ursprünglichen Keywords direkt zu übersetzen. Viele Fachbegriffe werden bei der lokalen Suche nicht auf diese Weise verwendet. Eine direkte Übersetzung kann zwar grammatikalisch korrekt sein, aber ein geringes Suchvolumen aufweisen oder sogar eine falsche Suchintention vermitteln. Die zusätzlichen Kosten entstehen dann durch Keyword-Recherche, Seitenzuordnung und inhaltliche Überarbeitung und nicht dadurch, dass „ein paar Zeilen mehr geschrieben“ werden.

Wenn die Website über Marketingfunktionen verfügt, muss die Preisbewertung noch differenzierter erfolgen. Landingpages, Anfrage-Seiten, Werbezielseiten und Markendarstellungsseiten sollten nicht mit derselben Übersetzungstiefe bearbeitet werden. Auf Werbeseiten müssen Sätze häufig verkürzt, Überschriften neu formuliert und die Reihenfolge der Verkaufsargumente angepasst werden, damit der Text nach einer direkten Übersetzung nicht wie eine Bedienungsanleitung klingt. Auf technischen Produktseiten stehen dagegen Genauigkeit und Konsistenz im Vordergrund; Fachbegriffe dürfen nicht zugunsten eines flüssigeren Stils beliebig ersetzt werden. Das bedeutet, dass bei jeweils eintausend Wörtern die Abrechnungslogik für conversion-orientierte Texte und technische Dokumentationen normalerweise unterschiedlich ist. Erstere ähneln eher einer redaktionellen Überarbeitung, letztere eher einer kontrollierten Übersetzung mit anschließender Prüfung.
Wie viel Website-Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleistungen kosten, hängt außerdem davon ab, ob in der Leistungskette technische Aufgaben enthalten sind. Wenn lediglich eine zweisprachige Vergleichstabelle geliefert wird, sind die Kosten normalerweise relativ gut kontrollierbar. Wenn die Inhalte jedoch direkt im Backend eingepflegt, mehrsprachige Seiten erstellt, Menüs dupliziert, hreflang konfiguriert, Sprachumschalter geprüft, Frontend-Styles geringfügig angepasst und Zeilenumbrüche auf Mobilgeräten korrigiert werden müssen, handelt es sich nicht mehr um eine reine Sprachdienstleistung. Besonders bei grenzüberschreitenden Onlineshops und mehrsprachigen Unternehmenswebsites treten häufig Probleme auf, wenn Preiseinheiten, Steuerhinweise, Liefergebiete, Lagerbestandsmeldungen, Zahlungstexte und Links zu Richtlinienseiten nicht synchronisiert sind. Bei vielen Projekten gerät das Budget nicht deshalb außer Kontrolle, weil Übersetzungen teurer werden, sondern weil technische Anpassungen zunächst als selbstverständlich enthalten betrachtet werden und sich später herausstellt, dass sie im ursprünglichen Angebot gar nicht berücksichtigt wurden.
Aus Einkaufssicht liegen die Risiken günstiger Lösungen weniger in der Grammatik als in der Veröffentlichungsfähigkeit. Ein sprachlich weitgehend flüssiger Text bedeutet nicht automatisch, dass er direkt online gestellt werden kann. Zu kleine Buttons, beschädigte Spaltenbreiten in Tabellen, nicht ersetzte Texte in Bildern, weiterhin in der Ausgangssprache vorliegende PDF-Dokumente, nicht synchronisierte Anfrage-E-Mail-Vorlagen sowie fehlende 404-Seiten und Datenschutzhinweise können dazu führen, dass sich die Website in einem Zustand befindet, in dem sie „scheinbar fertiggestellt“, tatsächlich aber nicht für den offiziellen Einsatz bereit ist. Wenn im Angebot der Umfang der Textextraktion, die Anzahl der Prüfungsrunden, die Unterstützung beim Go-live und die Anzahl der Korrekturschleifen nicht eindeutig festgelegt sind, werden solche Leistungen später leicht als Zusatzpositionen abgerechnet.
Beim Vergleich verschiedener Anbieter ist es hilfreicher, nicht nur den Stückpreis zu betrachten, sondern drei Grenzen klar zu definieren. Erstens: Was wird übersetzt – nur der Fließtext oder auch Navigation, Formulare, Metadaten, Download-Dateien und Bildtexte? Zweitens: Welchen Umfang hat die Qualitätskontrolle – maschinelle Erstübersetzung mit anschließender menschlicher Überarbeitung oder menschliche Übersetzung mit Terminologieliste und zweiter Prüfung? Drittens: Wird auch die Umsetzung übernommen – Lieferung einer Tabelle, Import ins Backend, Seitenprüfung und Maßnahmen zur Verbesserung der Suchsichtbarkeit bedeuten jeweils einen unterschiedlichen Arbeitsaufwand. Wenn diese drei Ebenen getrennt betrachtet werden, lassen sich Preisunterschiede normalerweise besser nachvollziehen und Unterschiede im Leistungsumfang nicht fälschlicherweise als überhöhte Preise bewerten.
Manche Projekte eignen sich besser für eine schrittweise Umsetzung, anstatt die gesamte Website sofort in allen Sprachen fertigzustellen. Der Grund ist einfach: Die zuerst veröffentlichten Seiten zeigen in der Regel die tatsächlichen Probleme. So können Überschriften in bestimmten Sprachen generell zu lang sein, bestimmte Formularfelder auf Mobilgeräten ungewöhnliche Zeilenumbrüche aufweisen oder bestimmte Produktparameter nach der Übersetzung zusätzliche Erläuterungen benötigen. Werden zunächst die Kernseiten umgesetzt und anschließend auf sekundäre Seiten, Blogs, Referenzen und Downloadbereiche erweitert, lassen sich die Gesamtkosten oft besser kontrollieren. Dieser Ansatz ist besonders bei der Nutzung KI-gestützter Website-Erstellung oder mehrsprachiger Content-Management-Prozesse üblich, da die Folgekosten nach der Stabilisierung von Vorlagen und Terminologie häufig leichter sinken.
Ein häufig übersehener Punkt ist außerdem, dass die Qualität der Ausgangssprache den Preis unmittelbar beeinflusst. Wenn der chinesische Ausgangstext viele sloganartige Formulierungen, zu lange Sätze, vermischte Parameter und Verkaufsargumente oder mehrere Bezeichnungen für denselben Begriff enthält, muss der Übersetzer zunächst die Inhalte strukturieren, da eine spätere Vereinheitlichung sonst immer schwieriger wird. Die Inhaltsaufbereitung ist keine kostenlose Nebenleistung, sondern beansprucht reale Arbeitszeit. Wenn die Ausgangsinhalte dagegen klar gegliedert sind und Produktmodelle, Materialien, Anwendungsumgebungen, Transportverpackungen, Installationsmethoden und Wartungsintervalle jeweils in eigenen Abschnitten dargestellt werden und zudem interne Terminologievorgaben bestehen, sind Übersetzung und Lokalisierung normalerweise effizienter und die Preisgestaltung leichter nachvollziehbar.
Beim Vergleich von Angeboten sollte außerdem geklärt werden, wie die spätere Pflege abgerechnet wird. Eine Website ist nicht nach einer einmaligen Übersetzung fertig. Später kommen neue Artikel, Produkte, Themenseiten und Kampagnenseiten hinzu oder es werden einzelne Bereiche überarbeitet. Wenn der Anbieter Terminologiedatenbanken, Translation Memorys und inkrementelle Aktualisierungen unterstützt, sind die Folgekosten normalerweise stabiler, als wenn jedes Mal von Grund auf neu kalkuliert wird. Ohne die nachhaltige Nutzung historischer Ressourcen müssen selbst kleine Änderungen jedes Mal erneut extrahiert und verglichen werden, was langfristig nicht unbedingt wirtschaftlich ist. Je länger eine mehrsprachige Website betrieben wird, desto deutlicher werden diese Unterschiede.
Wie werden Website-Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleistungen also normalerweise abgerechnet? Die tatsächliche Antwort ist keine einzelne Preiszahl, sondern hängt davon ab, ob das Projekt als „Textübertragung“ oder als „Lieferung veröffentlichungsfähiger mehrsprachiger Seiten“ definiert wird. Ersteres ist günstiger, birgt aber auch eher verborgene Probleme. Letzteres erfordert eine detailliertere Abstimmung im Vorfeld, führt bei klar definiertem Leistungsumfang jedoch normalerweise zu weniger Nacharbeit. Wenn Sprache, Seiten, Fachterminologie, SEO-Felder, technische Umsetzung und spätere Pflege im Voraus eindeutig abgestimmt werden, lassen sich Angebote besser vergleichen und Budgets leichter kontrollieren.
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