Bei der Planung einer „B2B-Website für den Markt der Vereinigten Arabischen Emirate“ stellt sich die Frage, ob eine arabische Version erforderlich ist. Ob sich die Investition lohnt, sollte anhand der Zielgruppe im Einkauf, des Suchbedarfs und der Umwandlung in Anfragen beurteilt werden. Eine englischsprachige Website kann ein guter Ausgangspunkt sein. Wenn das Geschäft jedoch von lokalen Händlern, Projektausschreibungen oder der Kundengewinnung über arabischsprachige Suchanfragen abhängt, reicht Englisch allein möglicherweise nicht aus. Entscheidend ist, welche Seiten lokalisiert werden sollten und wer nach dem Start für ihre Pflege und die Bearbeitung von Anfragen zuständig ist.
Im Geschäftsleben der Vereinigten Arabischen Emirate ist Englisch weit verbreitet. Das bedeutet jedoch nicht, dass in jeder Phase des Einkaufs ausschließlich Englisch verwendet wird. Bei einer Bestellung von Industrieanlagen kann es sein, dass technisches Personal zunächst englische Spezifikationen prüft, anschließend ein lokaler Einkaufsverantwortlicher den Anbieter bewertet und schließlich die Geschäftsleitung die Bestellung genehmigt. Die Website richtet sich also nicht unbedingt nur an die Person, die eine Anfrage absendet.
Wenn sich das Angebot hauptsächlich an internationale Handelsunternehmen, multinationale Konzerne oder professionelle Käufer richtet, die an die Kommunikation auf Englisch gewöhnt sind, sollten bei begrenztem Budget zunächst die englischsprachigen Produktseiten, technischen Unterlagen und Anfrageformulare optimiert werden. Sollen dagegen vor allem lokale Vertriebspartner gewonnen werden oder erfordern die Produkte umfangreiche Erläuterungen, lohnt es sich eher, arabischsprachige Seiten zu testen. Sie erleichtern nicht nur das Lesen, sondern auch das Weiterleiten und Erläutern des Angebots gegenüber Kollegen.
Vor der Entscheidung empfiehlt es sich, vorhandene Anfragen, E-Mails und Vertriebsunterlagen stichprobenartig zu prüfen: Welche Sprache verwendeten die Kunden zuerst? Welche Positionen stellten die Fragen? Mussten Unterlagen an andere Personen weitergeleitet werden? Arabischsprachige Anfragen bedeuten nicht automatisch, dass die gesamte Website übersetzt werden muss. Wenn Sprachbarrieren jedoch wiederholt bei der Erläuterung des Angebots und bei internen Genehmigungen auftreten, sollte man sie nicht länger als Einzelfälle betrachten.
Bei mehrsprachigen Websites entsteht häufig unnötiger Aufwand, wenn sämtliche englischen Inhalte übersetzt werden, ohne auf die tatsächlichen Fragen der Kunden einzugehen. Im B2B-Geschäft lohnt es sich anfangs in der Regel mehr, in zentrale Produkte, Anwendungsbereiche, Lieferfähigkeit, Lieferbedingungen und Anfrageformulare zu investieren als in eine große Anzahl von Nachrichtenartikeln.
Wer beispielsweise Pumpen verkauft, muss Käufern Angaben zum Fördermedium, Volumenstrom, zur Förderhöhe, zu den Werkstoffen und zu den Betriebsbedingungen bereitstellen. Bei Verpackungsmaschinen stehen möglicherweise zunächst die zu verpackenden Produkte, die Produktionsleistung und die Kompatibilitätsanforderungen im Mittelpunkt. Arabischsprachige Seiten sollten diese Auswahl- und Spezifikationsinformationen enthalten und es Kunden ermöglichen, die erforderlichen Parameter zu übermitteln. Eine Version mit Unternehmensvorstellung, aber ohne Spezifikationen und Kontaktmöglichkeit, kann nur schwer zur Kundengewinnung beitragen.
Zunächst können wichtige Produktseiten und die dazugehörigen Werbe-Landingpages erstellt werden. Englische technische Unterlagen können als Ergänzung bereitgestellt werden, ihre Sprache sollte jedoch klar gekennzeichnet sein. Aussagen zu Garantie, Lieferung und Zertifizierungen müssen dem tatsächlichen Geschäft entsprechen; beim Übersetzen dürfen keine Zusagen hinzugefügt werden. Wenn Ausschreibungen oder Verträge eigene Sprachvorgaben enthalten, müssen diese anhand der jeweiligen Projektdokumente geprüft werden. Die Lokalisierung einer Website ist nicht gleichbedeutend mit der Erfüllung von Beschaffungsanforderungen.
Arabisch wird von rechts nach links gelesen. Deshalb müssen Navigation, Breadcrumbs, Formulare und mobile Layouts getestet werden. Besonders bei der gemischten Darstellung von Modellbezeichnungen, Zahlen, Einheiten und arabischem Text muss geprüft werden, ob die Spezifikationen leicht verständlich und nicht missverständlich sind. Technische Datentabellen, Telefonnummern und der Zugriff auf Anfrageanhänge verdienen bei der Abnahme häufig mehr Aufmerksamkeit als das Banner auf der Startseite.

Für Suchmaschinen empfiehlt es sich, für die verschiedenen Sprachversionen separate, crawlbare URLs einzurichten, die passenden Sprachkennzeichnungen zu konfigurieren und kanonische URLs sowie Sitemaps zu überprüfen. Eine sofortige Übersetzung durch den Browser sollte nicht als vollständige mehrsprachige SEO-Lösung betrachtet werden. Der Sprachumschalter sollte zur entsprechenden Seite desselben Produkts führen. Besucher sollten auch nicht anhand ihres Standorts zwangsweise weitergeleitet werden, damit Einkäufer weiterhin auf englischsprachige Unterlagen zugreifen können.
KI kann beim Verfassen von Entwürfen helfen, doch wichtige Fachbegriffe, Schaltflächen und geschäftliche Zusagen sollten von Personen geprüft werden, die sowohl Arabisch als auch die Produkte gut kennen. Industrieproduktbezeichnungen lassen sich nicht immer sinnvoll Wort für Wort übersetzen; ihre Formulierungen sollten anhand der lokalen Suchbegriffe überprüft werden. Wenn das Team nur auf Englisch antworten kann, sollte die Kommunikationsweise im Voraus angegeben werden. Andernfalls führt die Seite zwar zu Anfragen, die anschließende Betreuung kann jedoch nicht gewährleistet werden.
Vor dem Start können Keyword-Recherchen, vorhandene Suchdaten und Suchbegriffe aus Werbeanzeigen genutzt werden, um den arabischsprachigen Bedarf für die Zielprodukte zu prüfen. Diese Daten sind möglicherweise unvollständig, und ein geringes Suchvolumen bedeutet nicht, dass kein Beschaffungspotenzial besteht. Nach dem Start sollten Formularübermittlungen, Klicks auf Kontaktmöglichkeiten und qualifizierte Anfragen nach Sprachversion erfasst werden. Zudem sollte der Vertrieb Angaben zur Identität des Kunden, zur Übereinstimmung mit dem Angebot und zum weiteren Verlauf ergänzen.
Die Gesamtzahl der Anfragen in den beiden Sprachen sollte nicht direkt miteinander verglichen werden: Unterschiede bei Traffic-Quellen, Werbebudgets und Reifegrad der Seiten können das Ergebnis verfälschen. Sinnvoller ist ein Test mit vergleichbaren Produkten und Akquisekanälen. Dabei lässt sich beobachten, ob arabischsprachige Seiten zusätzliche Beschaffungschancen schaffen, bevor der Umfang ausgeweitet wird. Da B2B-Verkaufszyklen lang sind, lässt sich die Wirkung nicht allein daran messen, ob kurzfristig Bestellungen eingehen.
Bei der Auswahl eines Dienstleisters sollten Website-Erstellung, Werbung und Vertriebsprozesse gemeinsam bewertet werden. Die 2013 gegründete Yiyingbao Information Technology (Beijing) Co., Ltd. bietet beispielsweise Dienstleistungen in den Bereichen KI-gestützte Website-Erstellung, mehrsprachige Websites, Suchmaschinenoptimierung und Werbung an. Bei der Bewertung solcher integrierten Lösungen kommt es vor allem darauf an, wer für das arabische Layout, die Prüfung der Fachbegriffe, das Datentracking und die laufende Pflege verantwortlich ist – nicht darauf, wie viele Sprachen die Plattform unterstützt.
Wenn die Vereinigten Arabischen Emirate zunächst nur als Testmarkt dienen, ist es sinnvoller, zuerst die englische Website zu verbessern und anschließend einige wichtige Seiten auf Arabisch zu testen. Sind lokale Vertriebskanäle bereits ein Schwerpunkt, sollten arabischsprachige Inhalte, Werbekanäle und die Bearbeitung von Anfragen gemeinsam budgetiert werden. Vor Vertragsabschluss sollten der Umfang der Seiten, die Übersetzungsprüfung, die Aktualisierung von Spezifikationen und die Abnahmekriterien klar festgehalten werden. Das ist für die tatsächliche Entscheidungsfindung hilfreicher als die bloße Frage, ob eine arabische Version erforderlich ist.
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