Ja. Gerade bei B2B-Websites, die auf Anfragen ausgerichtet sind, beschränken sich die Auswirkungen einer schlechten mobilen Nutzererfahrung oft nicht nur auf „ein paar weniger Formularübermittlungen über das Smartphone“. Sie schwächt unmittelbar die Bereitschaft der Käufer, sich weiter über den Lieferanten zu informieren, und führt dazu, dass bereits kostenpflichtig gewonnener Such-, Anzeigen- und Social-Media-Traffic nach dem Besuch der Website frühzeitig verloren geht.
Einkäufer im Ausland führen die vollständige Lieferantenbewertung nicht unbedingt auf dem Smartphone durch. Das Mobiltelefon ist jedoch häufig das Gerät, über das sie erstmals suchen, Anzeigen-Landingpages aufrufen, E-Mail-Links öffnen oder Produktseiten weiterleiten. Treten beim ersten Besuch Probleme wie lange Ladezeiten, schwer auffindbare Produktinformationen, unübersichtliche Seitenlayouts oder schwer ausfüllbare Formulare auf, wechseln Nutzer nicht zwangsläufig zum Computer, um ihre Recherche fortzusetzen. Häufiger schließen sie die Seite und sehen sich den nächsten Lieferanten an.
B2B-Beschaffungszyklen sind in der Regel lang, und eine Anfrage wird nur selten durch einen einzigen Seitenbesuch direkt ausgelöst. Daher glauben manche, dass die mobile Ansicht lediglich „ansehbar“ sein müsse und der Schwerpunkt auf detaillierten Parametern, Download-Materialien und Preisgesprächen am Computer liegen sollte. Diese Einschätzung übersieht die erste Phase der Beschaffungsentscheidung: Käufer müssen in begrenzter Zeit zunächst feststellen, ob es sich lohnt, diesen Lieferanten weiter zu kontaktieren.
Genau diese erste Auswahl übernimmt die mobile Seite. Besucher suchen üblicherweise rasch nach einigen Informationen: Welche Produkte stellt das Unternehmen her? Deckt es den eigenen Beschaffungsbedarf ab? Wodurch unterscheiden sich die Produkte? Verfügt das Unternehmen über Produktions- oder Lieferkapazitäten? Wie kann man Kontakt aufnehmen? Können diese Inhalte nicht in kurzer Zeit klar vermittelt werden, entstehen auch Zweifel an der Professionalität und Zuverlässigkeit des Unternehmens.
Insbesondere bei Besuchern, die über die Google-Suche, Google Ads, LinkedIn, Facebook oder E-Mail-Marketing auf die Website gelangen, besteht in der Regel eine hohe Übereinstimmung zwischen Landingpage und Besuchsabsicht. Klickt ein Nutzer auf „Hersteller von Industrieventilen“, sieht dann jedoch ein Startseiten-Karussell mit zu kleiner Schrift, eine schwer zu öffnende Navigation und eine lange Unternehmensvorstellung ohne Zugang zu Produkten, bedeutet der Absprung nicht, dass kein Bedarf besteht, sondern dass die Seite diesen Besuch nicht auffangen konnte.

Eine schlechte mobile Nutzererfahrung bedeutet nicht nur, dass eine Seite nicht responsiv angepasst ist. Manche Websites lassen sich auf dem Smartphone zwar skalieren und anzeigen, weisen bei der Umwandlung in Anfragen aber weiterhin deutliche Hindernisse auf.
Viele Unternehmen prüfen bei einer Überarbeitung nur, ob sich die Seite automatisch an die Bildschirmbreite anpasst. Das ist lediglich die Grundlage. Das mobile Design einer B2B-Website sollte Inhalte vielmehr entsprechend der Lesereihenfolge von Einkäufern auf kleinen Bildschirmen neu strukturieren.
Auf der Desktop-Version einer Produktdetailseite können beispielsweise gleichzeitig große Bilder, Parameter, eine Verzeichnisnavigation, Produktempfehlungen und eine Unternehmensvorstellung angezeigt werden. Auf Mobilgeräten sollten Nutzer dagegen zuerst Produktname, zentrale Spezifikationen oder Verkaufsargumente, Anwendungsszenarien, Bilder und einen direkt nutzbaren Kontaktweg sehen. Detaillierte Parameter, Download-Materialien und FAQ sollten weiterhin verfügbar bleiben, können jedoch über einklappbare Bereiche, Ankernavigation oder klarere Ebenen die Lesebelastung verringern.
Auch ein Anfrageformular muss nicht alle Informationen, die das Vertriebsteam sammeln möchte, auf einmal abfragen. Beim ersten Kontakt ist es wichtiger, die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Notwendige Felder wie Name, E-Mail-Adresse und Anforderung können beibehalten werden, während Produktname oder Quellseite automatisch übernommen werden. Genauere Angaben zu Menge, Zielmarkt, Beschaffungszeitraum und technischen Anforderungen können in der weiteren Kommunikation ergänzt werden.
Wenige mobile Anfragen sollten nicht unmittelbar dem Webdesign zugeschrieben werden. Traffic-Quellen, die Übereinstimmung mit Keywords, die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte, die Sprache des Zielmarkts und die Reaktionsgeschwindigkeit beeinflussen ebenfalls das Endergebnis. Wenn der mobile Traffic jedoch nicht gering ist, die Verweildauer deutlich kürzer ausfällt, Produktseiten nur oberflächlich angesehen werden und Formulare nach dem Öffnen häufig abgebrochen werden, sollte die Leistungsfähigkeit der Landingpage vorrangig geprüft werden.
Eine praktische Prüfmethode besteht darin, den tatsächlichen Besuchspfad einmal selbst durchzugehen: Rufen Sie unter normalen mobilen Netzwerkbedingungen die Landingpage über Suchergebnisse, Anzeigenlinks oder Social-Media-Links auf; klären Sie innerhalb von ein bis zwei Minuten die Produktpositionierung; suchen Sie das gewünschte Produkt; sehen Sie sich wichtige Unterlagen an; und versuchen Sie, eine Anfrage abzusenden. Jeder Schritt, der wiederholtes Zoomen, horizontales Verschieben, das Erraten eines Zugangs oder Wartezeiten beim Laden erfordert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer die Seite verlassen.
Auch Startseite, Produktkategorieseite, Produktdetailseite und Kampagnen-Landingpage sollten getrennt betrachtet werden. Eine übersichtliche Startseite bedeutet nicht, dass der Conversion-Pfad keine Probleme aufweist. Für Käufer, die über konkrete Produkt-Keywords auf die Website gelangen, ist die Produktdetailseite oft näher an der Anfrageentscheidung als die Startseite. Beim Anzeigen-Traffic ist es noch direkter relevant, ob die Landingpage den Werbeversprechen entspricht und die Suchabsicht schnell erfüllt.
Wenn die Website optimiert werden muss, ist es in der Regel nicht nötig, mit einer umfassenden visuellen Neugestaltung zu beginnen. Werden zuerst die Bereiche behandelt, die sowohl die Nutzbarkeit als auch die Conversion-Entscheidung beeinflussen, kann der Aufwand gezielter eingesetzt werden.
Bei mehrsprachigen B2B-Websites für Auslandsmärkte sollte außerdem geprüft werden, ob die verschiedenen Sprachversionen lediglich Texte mechanisch ersetzen. Buttonlängen, Adressformate, Telefonvorwahlen, Formularhinweise, Einheitendarstellungen und Kontaktgewohnheiten beeinflussen die Lesbarkeit und Glaubwürdigkeit auf Mobilgeräten. Dass die englische Seite korrekt angezeigt wird, bedeutet nicht, dass die Seiten für andere Märkte ebenso reibungslos funktionieren.
Beeinträchtigt eine schlechte mobile Nutzererfahrung auf einer B2B-Anfrage-Website die Conversion? Die Antwort hängt nicht davon ab, ob die Website hauptsächlich Desktop-Einkäufer bedient, sondern davon, ob das Smartphone bereits Teil des Entdeckungs-, Vorauswahl- und Kommunikationspfads der Käufer ist. Solange mobile Besuche eine der Traffic-Quellen darstellen, sollte die mobile Version nicht nur eine untergeordnete Variante der Desktop-Website sein. Käufern auf dem Smartphone schnell zu bestätigen, „ob Sie meinen Beschaffungsbedarf lösen können“, trägt eher zum Anfragenwachstum bei als zusätzliche visuelle Effekte.
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