Denn sobald die Struktur eines eigenständigen Cross-Border-Commerce-Shops falsch festgelegt ist, steigen die Kosten in nahezu jedem nachfolgenden Prozess. Die Werbeanzeigen leiten den Traffic auf ungeeignete Seiten, Suchmaschinen müssen Umwege beim Crawlen nehmen, Nutzer finden nach dem Aufruf der Website weder Kategorien noch Richtlinienseiten oder den Checkout-Einstieg, und das operative Team fordert wiederholt Änderungen an der Website.
In vielen Projekten wird „Struktur“ im Zeitplan als Navigationsmenü verstanden, tatsächlich umfasst sie jedoch deutlich mehr. Dazu gehören die Informationsarchitektur, die URL-Hierarchie, die Kategorielogik, die Filtermöglichkeiten, die auf Produktdetailseiten bereitgestellten Informationen sowie der gesamte Weg von der Startseite bis zur Bestellung. Wenn der Projektverantwortliche nur auf Designentwürfe und Entwicklungstermine achtet, werden Probleme häufig erst nach dem Launch entdeckt. Dann müssen Datenbankzuordnungen, Seitenregeln und die Grundlagen für die Indexierung geändert werden – nicht einfach nur einige Bilder.
In den meisten Fällen sind es nicht zu wenige, sondern zu unübersichtliche Seiten. Besonders bei eigenständigen Cross-Border-Commerce-Shops treten in der Anfangsphase häufig zwei Extreme auf: Einerseits werden aus Zeitgründen alle Produkte in wenige große Kategorien eingeordnet. Andererseits werden die ursprünglichen Kategorien aus dem Backend unverändert im Frontend übernommen. Dadurch entstehen viele Ebenen, die Nutzer jedoch kaum verstehen.
Ob die Struktur unübersichtlich ist, lässt sich direkt anhand von drei Punkten beurteilen:
Wenn die Website „Industrie-Netzteile“ verwendet, die Werbeseite jedoch von „Hochleistungs-Stromversorgungsmodulen“ spricht und die Produktseite wiederum eine Sammlung von Modellen zeigt, fällt die Einordnung sowohl Nutzern als auch Suchmaschinen schwer. Strukturprobleme sind häufig keine technischen Fehler, sondern entstehen durch uneinheitliche Benennungen, Ebenen und Einstiege.
Bei den meisten Commerce-Projekten ist es sinnvoll, die im Frontend sichtbare Hierarchie auf zwei bis drei Ebenen zu begrenzen. Der Pfad von der Startseite über die Hauptkategorie und Unterkategorie bis zur Produktdetailseite reicht bereits aus, um die meisten Beschaffungs- und Endkundenszenarien abzudecken. Weitere Ebenen führen häufig zu langen Menüs, einer schlechten Bedienbarkeit auf mobilen Geräten und einer größeren Crawling-Tiefe.
Wichtig ist: Eine tief verschachtelte Verwaltungshierarchie bedeutet nicht, dass auch das Frontend tief verschachtelt sein muss. Viele Teams synchronisieren interne Kategorien aus ERP, Lagerverwaltung oder Lieferkette direkt ins Frontend. Das Ergebnis wirkt zwar datenreich, erzielt aber tatsächlich eine schlechte Conversion. Die Kategorien im Frontend sollten der Produktsuche und dem Kaufabschluss dienen, während die Kategorien im Backend der Verwaltung dienen. Beide müssen nicht vollständig identisch sein.

Priorität sollte der Suchweise der Nutzer gelten; anschließend können Produkteigenschaften als Filter ergänzt werden. Dieser Unterschied ist entscheidend. Das interne Projektteam kennt vor allem die Produktstruktur, etwa Material, Modell, Leistung und Schnittstelle. Nutzer aus dem Ausland suchen jedoch häufig zunächst nach Verwendungszweck, Anwendungsszenario, Kompatibilität oder Produktserie.
Ein praxisnäheres Vorgehen ist: Kategorien geben die grobe Richtung vor, Filter dienen der Eingrenzung nach detaillierten Kriterien. Nicht alle Eigenschaften sollten als Kategorien angelegt werden, da der Kategoriebaum sonst ausufert. Ebenso sollte man sich nicht vollständig auf die Suche verlassen, da die Suchbegriffe einer neuen Website anfangs noch nicht vollständig erfasst sind.
In der Praxis fehlt am häufigsten nicht die Anzahl der Bilder, sondern der richtige Platz für wichtige Inhalte. Beispielsweise gibt es keinen festen Bereich für technische Spezifikationen, Versand- und Rückgaberichtlinien sind zu tief verborgen, Produkte mit mehreren Varianten werden nicht klar unterschieden oder Empfehlungen für verwandte Produkte bestehen lediglich aus einigen beliebig eingefügten Links.
Wenn der Zielmarkt mehrere Regionen umfasst, sollten auf der Produktdetailseite mindestens folgende Bereiche frühzeitig eingeplant werden: Anzeige von Preis und Währung, Darstellung von Steuern und Gebühren, Lieferumfang, Zahlungsarten, Hinweise zu Lagerbestand oder Lieferzeit, Bewertungen oder vertrauensbildende Informationen, ein FAQ-Bereich sowie für Suchmaschinen lesbare Texte. Viele Websites bestehen beim Launch nur aus einem Marketingtext und einer Bildgruppe. Für eine Landingpage aus einer Werbekampagne mag das ausreichen, für eine Commerce-Produktseite in der Regel nicht.
Ja, denn diese drei Punkte beeinflussen die Effizienz der späteren Vermarktung direkt. Bei einer uneinheitlichen URL-Struktur können bei späteren Überarbeitungen zahlreiche alte Links ungültig werden. Sind Breadcrumbs nicht gut konzipiert, wissen weder Nutzer noch Suchmaschinen, wo sich eine Seite innerhalb der Website befindet. Werden interne Links beliebig gesetzt, erhalten wichtige Kategorieseiten nicht genügend Unterstützung, was sich ebenfalls auf Indexierung und Verteilung der Autorität auswirkt.
Bei der praktischen Projektsteuerung müssen Sie die Regeln nicht persönlich formulieren. Sie sollten jedoch die Abnahmekriterien in den Anforderungen festhalten:
Wenn solche Probleme vor dem Launch nicht behoben werden, entwickeln sie sich später häufig zu Lücken, die Technik, Betrieb und SEO jeweils gegenseitig ausgleichen müssen.
Eine spätere Ergänzung ist nicht unmöglich, aber die zugrunde liegende Struktur muss von Anfang an durchdacht werden. Besonders bei eigenständigen Cross-Border-Commerce-Shops wird die spätere Erweiterung sehr aufwendig, wenn für Sprachversionen, Währungen, regionale Seiten und Logistikrichtlinien keine Regeln vorgesehen wurden. Häufig geht zunächst die englische Website live. Werden später Deutsch, Französisch oder Japanisch ergänzt, müssen Verzeichnisstruktur, Navigationsbezeichnungen, interne Links und Produkteigenschaften möglicherweise vollständig neu erstellt werden.
Vor dem Launch sollte der Projektverantwortliche mindestens zwei Punkte klären: Erstens, ob die Sprachversionen unabhängig verwaltet werden. Zweitens, ob verschiedene Märkte dieselben Produktinformationen und Seitentemplates verwenden. Was gemeinsam genutzt werden kann, sollte gemeinsam genutzt werden. Für Inhalte, die zwingend lokalisiert werden müssen, sollten separate Bereiche vorgesehen werden, etwa Versandrichtlinien, Zahlungsarten, Maßeinheiten und Informationen zum Kundendienst. Dieser Schritt wirkt zunächst langsam, verhindert jedoch in der Praxis einen späteren vollständigen Relaunch der Website.
Wenn ihnen keine einheitlichen Datenregeln zugrunde liegen, werden sie zur Belastung. Wird beispielsweise dasselbe Größenfeld bei verschiedenen Produkten unterschiedlich ausgefüllt, oder verwendet eine Person die vollständige Materialbezeichnung und eine andere eine Abkürzung, funktionieren die Filter im Frontend automatisch nicht zuverlässig. Dasselbe gilt für die interne Suche: Ohne Synonyme, Toleranz gegenüber Tippfehlern und eine Zuordnung von Modellnummern sind die Suchergebnisse instabil.
Das ist daher kein reines Frontend-Funktionsproblem, sondern ein Problem der Datenstruktur. Im Projektzeitplan sollten „Standardisierung der Attributfelder“, „Filterregeln“ und „Zuordnung von Suchbegriffen“ am besten als eigene Punkte aufgeführt werden. Es sollte nicht vorausgesetzt werden, dass Entwicklung oder Betrieb diese Aufgaben selbst ergänzen. Besonders bei Projekten mit vielen SKUs und Märkten entscheidet dieser Schritt darüber, ob die spätere Pflege kontrollierbar bleibt.
Am einfachsten ist es, mehrere zentrale Traffic-Arten jeweils vollständig durchzugehen: Kategorie-Traffic aus der organischen Suche, Produkt-Traffic aus Werbekampagnen und Kampagnen-Traffic aus sozialen Medien. Prüfen Sie, ob Nutzer vom Einstieg auf der Landingpage bis zum Hinzufügen in den Warenkorb, zur Anfrage oder zur Bestellung wiederholt weitergeleitet werden müssen.
Treten die folgenden Situationen auf, ist die Struktur in der Regel noch nicht ausreichend geordnet:
Die Struktur zu beurteilen bedeutet für Projektverantwortliche nicht nur zu prüfen, ob eine Bestellung möglich ist. Entscheidend ist, ob Nutzer bei ihrer Entscheidungsfindung unnötige zusätzliche Schritte ausführen müssen.
Die Startseite zeigt vor allem die Markenpräsentation und die Verteilung der Einstiege. Strukturprobleme werden jedoch häufig auf Seiten der mittleren Ebene sichtbar. Mindestens die folgenden Seitentypen sollten stichprobenartig geprüft werden:
Wenn Sie zusätzlich für die Vermarktung zuständig sind, sollte ein weiterer Punkt hinzukommen: Wählen Sie stichprobenartig einige Landingpages aus, die für Werbung oder Optimierung vorgesehen sind, und prüfen Sie, ob sie sich auf natürliche Weise wieder in den Hauptpfad des Shops einfügen. Viele Websites haben nicht zu wenige Seiten, sondern Seiten, die wie voneinander isolierte Inseln wirken.
In die zweite Phase verschoben werden können lokale Optimierungen, etwa kleinere Anpassungen der Filtererfahrung, die Sortierung von Empfehlungspositionen oder die Erweiterung von Themenseiten. Nicht verschoben werden dürfen Probleme, die Regeln für die gesamte Website beeinflussen:
Dazu gehören die Frage, ob der Kategoriebaum schlüssig ist, ob die URL-Regeln festgelegt sind, ob Mehrsprachigkeit und mehrere Regionen vorbereitet wurden, ob die wichtigen Informationsbereiche der Produktdetailseite vollständig sind, ob der Checkout-Pfad geschlossen ist und ob Richtlinienseiten über eindeutige Einstiege verfügen. Gehen diese Punkte mit Problemen live, tritt derselbe Fehler später bei jedem weiteren Produkt, jeder Werbekampagne und jeder SEO-Optimierung erneut auf.
Wenn Projektverantwortliche einen möglichst praktischen Maßstab benötigen, gilt: Alle Strukturprobleme, die Seitenbeziehungen, Datenregeln oder den zentralen Conversion-Pfad beeinflussen, sollten nicht auf die zweite Phase verschoben werden. Das visuelle Design kann weiterentwickelt werden. Wird eine unzureichende Struktur jedoch live genommen, steigen die Kosten späterer Änderungen in der Regel nicht linear, sondern vervielfachen sich.
Verwandte Artikel
Verwandte Produkte


