Nach dem Go-live einer mehrsprachigen Website treten ähnliche Probleme häufig zuerst auf Produktseiten, in der Navigation und in Anfrageformularen auf: Eine Funktion wird auf der englischen Seite als „smart control“ bezeichnet, im Help Center als „intelligent management“ und auf der Werbe-Landingpage als „AI control“ übersetzt. Im chinesischen Original scheinen alle Begriffe zu passen, doch Besucher aus dem Ausland könnten vermuten, dass es sich um unterschiedliche Funktionen handelt; auch Suchmaschinen können den thematischen Zusammenhang zwischen den Seiten nur schwer stabil erkennen.
Damit KI-Übersetzungen lokalisierte Begriffe einheitlich verwenden, kommt es nicht darauf an, dass jeder Übersetzungsabschnitt „Wort für Wort gleich“ ist. Entscheidend ist vielmehr, zunächst umsetzbare Terminologieregeln festzulegen und diese von der KI beim Übersetzen, Überarbeiten, Erweitern und Aktualisieren von Inhalten kontinuierlich anwenden zu lassen. Bezeichnungen, zentrale Produktbegriffe, Funktionsmodule und Branchenabkürzungen müssen festgelegt sein; Marketingformulierungen, Syntax und Tonalität können hingegen je nach Seitenszenario angepasst werden. So bleibt die natürliche Lokalisierung erhalten und gleichzeitig wird verhindert, dass Übersetzungen fortlaufend auseinanderdriften.
Terminologische Einheitlichkeit bedeutet nicht, dass alle Sätze dieselbe Ausdrucksweise verwenden müssen. Tatsächlich festgelegt werden sollten die Begriffe, mit denen Nutzer Produkte identifizieren, Lösungen vergleichen, Informationen suchen und Aktionen ausführen. Bei der Aufbereitung von Unterlagen können Verantwortliche die häufig verwendeten Begriffe in den bestehenden Website-Inhalten zunächst in drei Kategorien einteilen.
So sollte „Anfrage“ auf einer B2B-Website nicht einmal als „inquiry“, dann als „request“ und auf einer Schaltfläche wiederum als „contact“ übersetzt werden. „Inquiry“ kann als Geschäftsbegriff festgelegt werden, während „Contact Us“ als allgemeiner Kontaktzugang erhalten bleibt. Beide müssen sich nicht grundsätzlich ausschließen; entscheidend ist, ob auf der Seite dieselbe geschäftliche Handlung ausgedrückt wird.
Inkonsistenzen bei der Lokalisierung durch KI-Übersetzung entstehen häufig, weil den Eingabematerialien klare Abgrenzungen fehlen. Wird eine Produktseite isoliert übersetzt, kann das Modell die Bedeutung nur anhand des aktuellen Absatzes ableiten. Werden später ein Blog, Werbematerialien oder Seiten für neue Sprachen bearbeitet, kann es aufgrund des anderen Kontexts eine andere, zwar plausible, aber uneinheitliche Übersetzung wählen.
Auch einige leicht zu übersehende Bereiche sollten geprüft werden: Werden im chinesischen Ausgangstext bereits „intelligentes System“, „Smart-Plattform“ und „KI-System“ gemischt verwendet? Umgehen Tabellen, Bildtexte und Downloadmaterialien den Übersetzungsprozess für Website-Texte? Pflegen unterschiedliche Personen die Texte für Website, Werbung und soziale Medien getrennt? Werden alte Seiten weiterhin kopiert? Werden nur die neuesten Seiten korrigiert, lässt sich das Problem einer zunehmenden Aufspaltung der gesamten Website-Inhalte nicht lösen.

Eine Begriffsliste mit nur zwei Spalten kann die tatsächliche Übersetzung kaum steuern. Eine wirksamere Terminologiedatenbank sollte sowohl der KI als auch menschlichen Bearbeitern ermöglichen zu entscheiden, „wann ein Begriff verwendet werden soll und wann nicht“. Für jeden wichtigen Begriff sollten mindestens folgende Informationen enthalten sein:
Die Terminologiedatenbank muss nicht von Anfang an sämtliche Inhalte abdecken. Priorität haben Begriffe in Navigationsbereichen, Produktkategorien, Funktionsmodulen, wichtigen Conversion-Schaltflächen, branchenspezifischen Fachbegriffen und SEO-relevanten Seiten. Begriffe, die nicht zahlreich, aber häufig vorkommen, beeinflussen das Nutzerverständnis besonders stark und sollten daher zuerst vereinheitlicht werden.
Bei der Übersetzung sollte die Terminologieliste als fester Kontext bereitgestellt werden und nicht nur einmalig bei der ersten Aufgabe. Die Anweisungen können klar festlegen: Bevorzugt die vorgegebenen Übersetzungen aus der Terminologiedatenbank verwenden; bei Konzepten, die im Ausgangstext mit einem nicht zulässigen Begriff bezeichnet werden, ebenfalls die Standardübersetzung einsetzen; neue, noch nicht erfasste Begriffe nicht eigenständig festlegen, sondern zur Bestätigung kennzeichnen; Navigation, Schaltflächen und Formularfelder müssen vollständig mit den bestehenden Seiten übereinstimmen.
Bei umfangreicheren Inhalten wird davon abgeraten, sie der KI vollständig in einzelnen, voneinander losgelösten Absätzen zu übergeben. Zunächst können Seitentyp, Zielmarkt, gewünschte Tonalität und relevante Begriffe aus bereits veröffentlichten Seiten bereitgestellt und anschließend nach Modulen übersetzt werden. Produktdetailseiten, technische Unterlagen und Blogartikel unterscheiden sich in ihrer Ausdrucksdichte, doch bei identischen Kernkonzepten sollten die Übersetzungen nicht je nach Textsorte wechseln.
Viele Begriffe lassen sich nicht durch eine einzige feste Übersetzung lösen. Beispielsweise kann „Konto“ ein Login-Konto im Website-Backend, ein Werbekonto oder ein Abrechnungskonto des Kunden bezeichnen. In diesem Fall sollte die KI nicht einfach angewiesen werden, alles einheitlich mit „account“ zu übersetzen. Stattdessen sollten in der Terminologiedatenbank separate Einträge für Backend-Benutzerkonto, Werbekonto und Abrechnungskonto angelegt und die jeweils zugehörigen Seiten oder Geschäftsszenarien klar angegeben werden. Der Schwerpunkt der Terminologievereinheitlichung liegt in der Vereinheitlichung von Konzepten, nicht darin, dass Zeichenfolgen oberflächlich vollständig identisch sind.
Nach Abschluss der Übersetzung lassen sich Probleme meist nur schwer erkennen, wenn einzelne Seiten isoliert betrachtet werden. Aus der Terminologiedatenbank können mehrere wichtige englische oder zielsprachliche Begriffe ausgewählt und in Website-Inhalten, exportierten Seitendateien und Werbematerialien rückwärts gesucht werden. Wenn in den Suchergebnissen mehrere Synonyme erscheinen, sollte anschließend geprüft werden, ob sie tatsächlich unterschiedliche Konzepte darstellen.
Besonders zu prüfen sind Seitentitel, Beschreibungen, H2-Überschriften, Alternativtexte für Bilder, URL-bezogene Texte, Navigation und CTA-Schaltflächen. Diese Bereiche sind kurz und erscheinen häufig, weshalb Übersetzungsabweichungen verstärkt werden. Wird beispielsweise im Fließtext einheitlich eine Produktkategoriebezeichnung verwendet, in der Navigation jedoch ein anderer Begriff, kann beim Nutzer bereits vor dem Aufrufen der Seite ein Verständnisbruch entstehen.
Bei der Aktualisierung von Begriffen sollten Versionsaufzeichnungen erhalten bleiben: wann die Änderung erfolgte, warum sie vorgenommen wurde und welche Seiten rückwirkend ersetzt werden müssen. Bei Seiten, die bereits von Suchmaschinen indexiert wurden, dürfen nicht nur neue Inhalte aktualisiert und alte Inhalte ignoriert werden; langfristig parallel bestehende ältere Übersetzungen desselben Themas schwächen den Zusammenhang zwischen den Inhalten.
Nein, vorausgesetzt, es werden nur die zentralen Begriffe festgelegt, die eine Identifikationsfunktion erfüllen. Satzstellung, Höflichkeitsgrad, Maßeinheiten, Datumsformate und Marketingtonalität des Zielmarkts sollten weiterhin lokalisiert werden. Beispielsweise kann der Name einer Produktfunktion einheitlich bleiben, während die Erklärung ihres Nutzens entsprechend den lokalen Beschaffungsgewohnheiten neu formuliert wird. Begriffe festzulegen und Ausdrucksweisen flexibel zu halten, wirkt in der Regel natürlicher als ganze Absätze unverändert aus dem Original zu übernehmen.
Ja, insbesondere beim erstmaligen Aufbau einer Terminologiedatenbank sowie bei Branchenabkürzungen oder mehrdeutigen Begriffen. Bei der manuellen Prüfung müssen nicht alle Sätze neu übersetzt werden. Entscheidend ist zu bestätigen, ob die KI die Terminologieregeln befolgt, den Geschäftskontext richtig versteht und ob neu auftretende Begriffe in die Terminologiedatenbank aufgenommen werden sollten. Nach mehreren Durchläufen sinkt der Prüfaufwand für laufende Aktualisierungen deutlich.
Terminologiemanagement sollte Bestandteil des Prozesses zur Aktualisierung von Inhalten werden: Zuerst neue Konzepte bestätigen, dann übersetzen; vor der Veröffentlichung wichtige Bereiche prüfen; neue Übersetzungen nach ihrer Entdeckung in die Terminologiedatenbank zurückführen. Auf diese Weise kann die KI den Großteil der wiederkehrenden Übersetzungsarbeit übernehmen, ohne dass die mehrsprachige Website durch unterschiedliche Kontexte bei jeder Bearbeitung schrittweise ihre Einheitlichkeit verliert.
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