Wenn die Indexierung in der Google Search Console zurückgeht, ändern viele Verantwortliche reflexartig den Titel, ergänzen Text oder reichen die URLs erneut ein. Nach viel Aufwand bleibt das Problem jedoch bestehen. Sinnvoller ist es, zunächst zu prüfen: Handelt es sich um eine Aussonderung auf Inhaltsebene oder um eine Störung beim Crawling bzw. bei der Indexierung? Beide Probleme werden zwar als „Rückgang der Indexierung“ bezeichnet, erfordern aber völlig unterschiedliche Maßnahmen. Bei Ersterem geht es vor allem darum, den Seitenwert zu erhöhen und Duplikate zu reduzieren. Bei Letzterem stehen technische Prüfungen im Vordergrund, etwa von robots.txt, Statuscodes, Website-Struktur, Canonical-Tags und der Stabilität des Servers.
Für Personen, die täglich für den Website-Betrieb verantwortlich sind, ist es wichtiger, das Problem zunächst einzuordnen, als vorschnell die Website zu „reparieren“. Eine falsche Einschätzung führt häufig dazu, dass technische Probleme ungelöst bleiben und gleichzeitig die Inhalte unübersichtlich verändert werden – oder dass die Inhaltsqualität bereits sinkt, während man ausschließlich nach Ursachen in den Crawling-Logs sucht.
Sehen Sie sich zunächst den Umfang des Rückgangs an. Wenn die Indexierung nur in bestimmten Verzeichnissen, bei einer bestimmten Kategorie von Produktseiten oder bei Artikelseiten mit hoher Inhaltsähnlichkeit zurückgeht, handelt es sich meist eher um ein Inhaltsproblem. Wenn dagegen die gesamte Website oder mehrere Bereiche gleichzeitig Schwankungen zeigen oder sowohl neue als auch ältere Seiten betroffen sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Störung beim Crawling oder bei der Indexierung höher.
Sie müssen nicht gleich alle Berichte durchgehen. Öffnen Sie zunächst den Bericht „Seitenindexierung“, sortieren Sie die Statuswerte nach Anzahl und Zuwachsrate und achten Sie besonders auf folgende Kategorien:
Prüfen Sie anschließend, ob es Auffälligkeiten in der „Sitemap“ gibt, und führen Sie stichprobenartige URL-Prüfungen durch. Prüfen Sie nicht nur die Startseite, sondern wählen Sie jeweils mehrere Verzeichnis-, Produkt- und Artikelseiten mit besonders deutlichen Rückgängen bei der Indexierung aus. So lässt sich schnell feststellen, ob das Problem lokal oder websiteweit auftritt.

In den meisten Fällen liegt das Problem auf Inhaltsebene, aber es sollte nicht einfach als „zu wenig Text“ verstanden werden. Häufiger ist die zu hohe Austauschbarkeit der Seite die Ursache. So enthalten viele Produktseiten von Unternehmenswebsites nur eine Modellbezeichnung, eine Parametertabelle und eine nahezu identische Beschreibung. Oder eine Artikelseite schreibt dasselbe Thema lediglich unter einem anderen Titel neu. Die Seite ist zwar erreichbar und kann von Google gecrawlt werden, doch Google bewertet ihren zusätzlichen Nutzen für den Index als gering und nimmt sie möglicherweise nicht auf.
Ändern Sie in diesem Fall nicht sofort massenhaft die Meta-Tags, sondern prüfen Sie zunächst drei Punkte: Beantwortet der Hauptinhalt der Seite tatsächlich die Fragen der Nutzer? Unterscheiden sich vergleichbare Seiten nur in wenigen Feldern? Sind die wichtigsten Seiten durch interne Links ausreichend hervorgehoben? Wenn die Inhaltsstruktur vieler Seiten völlig gleich ist und lediglich Länder-, Städte- oder Produktnamen ausgetauscht werden, ist ein Rückgang der Indexierung sehr häufig.
In bestimmten Situationen sollte die Priorität umgekehrt werden. Wenn Sie beispielsweise gerade einen Relaunch durchgeführt, die Software gewechselt, eine Domain migriert, ein CDN umgestellt, Sicherheitsregeln ergänzt haben oder die Website in letzter Zeit häufig langsam lädt, sollten Sie zunächst die Crawling-Kette überprüfen. Das gilt insbesondere dann, wenn diese Maßnahmen dem Rückgang der Indexierung vorausgingen. Ändern Sie nicht sofort die Inhalte.
Bei der praktischen Prüfung sollten Sie vor allem auf Folgendes achten:
Wenn die Crawling-Aktivität zuerst zurückgeht, folgt meist auch die Indexierung. Wenn das Crawling dagegen normal verläuft, aber zahlreiche Seiten über längere Zeit nicht in den Index aufgenommen werden, sollten Sie anschließend Inhalte und Seitenwert prüfen. So ist die Ursachenanalyse präziser.
Sie können diese Funktion verwenden, sollten sie aber nicht als Hauptlösung betrachten. Sie eignet sich für eine kleine Anzahl wichtiger Seiten, etwa neu veröffentlichte zentrale Produktseiten, überarbeitete wichtige Landingpages oder Seiten, die zuvor normal indexiert waren und aufgrund eines technischen Problems aus dem Index gefallen sind.
Wenn bei einer gesamten Website mehrere hundert oder tausend Seiten aus dem Index fallen, bringt häufiges manuelles Einreichen meist nur eine wiederholte Übermittlung des Symptoms. Solange die eigentliche Ursache für den Rückgang der Indexierung in der Google Search Console besteht, wird auch eine große Zahl von Einreichungen keine stabile Wiederherstellung bewirken. Entscheidend ist, zunächst die systembedingten Hindernisse zu beseitigen und anschließend einige wichtige Seiten zur Überprüfung des Reparaturergebnisses einzureichen.
Bei diesen Websites gibt es viele Seiten, umfangreiche Vorlagen und zahlreiche Sprachversionen. Dadurch entstehen besonders leicht gleichzeitig Probleme mit „Duplikaten“ und der „Crawling-Effizienz“. Vor allem Länder-Websites, Sprachverzeichnisse und Seiten für Produktvarianten sind bei internationalen Websites häufig betroffen. Wenn die Übersetzungsqualität durchschnittlich ist und sich die Seiten nur geringfügig unterscheiden, betrachtet Google sie leicht als ähnliche Seiten und behält nur wenige Versionen im Index.
Ein weiterer häufiger Problempunkt ist eine nicht korrekt konfigurierte Zuordnung zwischen hreflang, Canonical und den Sprachversionen. Oberflächlich wirkt dies wie ein Rückgang der Indexierung. Tatsächlich kann Google jedoch nicht eindeutig feststellen, welche Sprachseite indexiert werden soll. Bei mehrsprachigen Websites können Lesbarkeit, Versionszuordnung und die Hierarchie der internen Verlinkung die Indexierung beeinträchtigen, wenn auch nur einer dieser Punkte nicht korrekt umgesetzt ist.
Beginnen Sie nicht damit, „alle Seiten gleichzeitig neu zu schreiben“. Das verursacht in der Regel hohe Kosten und führt nur langsam zu Ergebnissen. Praktischer ist zunächst eine Einteilung in Ebenen:
Beim Überarbeiten der Inhalte geht es nicht in erster Linie darum, „mehr zu schreiben“, sondern um zusätzliche, seitenspezifische Informationen. Bei Produktseiten können beispielsweise Einsatzszenarien, Kriterien für die Beschaffung, Informationen zur Lieferung und häufige Fragen ergänzt werden. Bei Artikelseiten sollten konkrete Entscheidungen und Probleme der Nutzer verständlich beantwortet werden, anstatt lediglich Begriffe und Konzepte zu erklären. So kann sich die Seite deutlicher von anderen Inhalten derselben Website abheben.
Beheben Sie zunächst die Probleme mit Auswirkungen auf die gesamte Website und erst danach Probleme einzelner Seiten. Erfahrungsgemäß sind die folgenden Punkte besonders wichtig:
Erstens eine fehlerhafte Kombination aus robots und noindex. Wenn ein solches Problem besteht, betrifft es häufig nicht nur eine oder zwei Seiten.
Zweitens eine uneinheitliche Canonical-Konfiguration, insbesondere wenn Parameterseiten, paginierte Seiten und Variantenseiten gegenseitig auf die falsche Version verweisen.
Drittens eine minderwertige Sitemap, die ungültige Seiten, Weiterleitungsseiten und nicht zu indexierende URLs enthält.
Viertens langsame oder instabile Serverantworten. Wenn Googlebot wiederholt auf Probleme stößt, sinkt die Crawling-Frequenz in der Regel.
Fünftens eine zu schwache interne Verlinkung. Wenn wichtige Seiten innerhalb der Website kaum auffindbar sind, gibt es entsprechend wenige Crawling-Einstiege.
Ziehen Sie nach der Behebung dieser Probleme nicht noch am selben Tag ein Fazit. Die Wiederherstellung der Indexierung benötigt in der Regel einen Beobachtungszeitraum. Bei Websites mit vielen Seiten sollten Sie insbesondere prüfen, ob sich der Status innerhalb von ein bis zwei Wochen kontinuierlich verbessert.
Das hängt davon ab, welche Seiten betroffen sind. Wenn zahlreiche minderwertige Parameterseiten oder doppelte Tag-Seiten aus dem Index fallen, während Rankings und Klicks der zentralen Geschäftsseiten stabil bleiben, muss dies nicht unbedingt negativ sein. Es kann sogar bedeuten, dass die Indexstruktur übersichtlicher wird. Wenn jedoch Produktdetailseiten, zentrale Kategorieseiten oder Seiten zur Anfragegenerierung betroffen sind, sollten Sie nicht abwarten.
Ein häufiger Fehler von Verantwortlichen besteht darin, nur auf die „Gesamtzahl der indexierten Seiten“ zu achten. Wichtiger ist zu prüfen: Haben die aus dem Index gefallenen Seiten einen geschäftlichen Wert? Decken sie wichtige Suchintentionen ab? Beeinträchtigen sie zentrale Länder- und Sprachversionen? Eine möglichst hohe Zahl indexierter Seiten ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, dass die relevanten Seiten stabil indexiert werden.
Wenn die Indexierung in der Google Search Console zurückgeht, ändern Sie nicht vorschnell die Texte und reichen Sie auch nicht hektisch zahlreiche Links ein. Die sinnvollere Reihenfolge lautet: Prüfen Sie zunächst den Umfang des Rückgangs, anschließend die Kategorien der Indexierungsstatus und danach stichprobenartig die URLs. Erst dann entscheiden Sie, ob Inhalte geändert, das Crawling korrigiert oder beide Bereiche gleichzeitig bearbeitet werden müssen. Für Verantwortliche liegt der größte Vorteil dieser Reihenfolge nicht darin, „professioneller“ zu wirken, sondern darin, Zeitaufwand in die falsche Richtung zu vermeiden.
Wenn Sie zunächst nur eine Sache tun können, beginnen Sie damit, den Seitentyp mit dem deutlichsten Rückgang zu ermitteln. Sobald feststeht, welche Gruppe von Seiten gemeinsam Probleme aufweist, lassen sich die weiteren Schritte deutlich schneller bestimmen und die Maßnahmen gezielter umsetzen.
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