Ob Website-Inhalte nach Wortzahl oder pro Seite abgerechnet werden, hängt zunächst davon ab, ob die gewählte Preisberechnung die Kosten späterer Änderungen erhöht. Bei reinen Texten wie Nachrichtenseiten, Help Centern oder Unternehmensvorstellungen ist eine Abrechnung nach Wortzahl in der Regel leichter zu kalkulieren. Bei Produktdetailseiten, Service-Landingpages sowie Seiten mit Tabellen und Schaltflächen werden bei einer reinen Wortabrechnung jedoch häufig Anpassungen des Layouts, die Terminologievereinheitlichung, die Bearbeitung von Ankertexten und die Prüfung nach der Veröffentlichung nicht berücksichtigt. Der Gesamtpreis ist dann möglicherweise nicht niedriger.
Viele Menschen setzen bei der ersten Übersetzung von Website-Inhalten „Übersetzungsumfang“ mit „Anzahl der Wörter im Ausgangstext“ gleich. Dieser Ansatz eignet sich nur für strukturell einfache Seiten. Tatsächlich beeinflussen häufig unscheinbare, aber unbedingt zu bearbeitende Elemente die Kosten: Navigationsbezeichnungen, Formularhinweise, in Bilder eingebettete Texte, Schaltflächen für PDF-Downloads, Tabellen mit Spezifikationen, URL-Aliase, SEO-Titel, Beschreibungen, H-Tags, Breadcrumbs, Seitennavigationstexte, Fehlermeldungen und sogar Seiten ohne Ergebnisse bei der internen Suche. Wenn diese Inhalte nicht berücksichtigt werden, steigen durch nachträgliche Übersetzungen, Überarbeitungen und erneutes Hochladen sowohl die Kosten als auch der Kommunikationsaufwand.
Der Vorteil einer Abrechnung nach Wortzahl liegt in den klaren Grenzen. Nach dem Export des Ausgangstextes kann die Wortzahl direkt ermittelt werden; auch das Hinzufügen oder Löschen eines Absatzes lässt sich leicht nachverfolgen. Für Blogs, Informationsbeiträge, Fallstudien und mehrsprachige Wissensdatenbanken ist diese Methode in der Regel zuverlässig. Besonders wenn die Seitentemplates einheitlich sind, der Text hauptsächlich im Inhaltseditor steht und nur wenige Frontend-Komponenten vorhanden sind, entspricht die Abrechnung nach Wortzahl eher dem tatsächlichen Arbeitsaufwand.
Eine Website ist jedoch kein Dokument. Eine Produktseite kann im Fließtext nur wenige hundert Wörter enthalten und dennoch Felder für Abmessungen und Materialien, Downloadformulare, Farbauswahl, Registerkarten, aufklappbare FAQ-Bereiche und mehrere Call-to-Action-Schaltflächen umfassen. Die Wortzahl des Ausgangstextes ist gering, die Zahl der Arbeitsschritte jedoch nicht. Auf Seiten zur Metallbearbeitung kommen beispielsweise häufig Felder wie „Material“, „Dicke“, „Toleranz“, „Oberflächenbehandlung“, „Verpackungsart“ und „Mindestbestellmenge“ vor. Bei der Übersetzung geht es nicht nur darum, Wörter zu ersetzen, sondern auch darum zu prüfen, ob Einheiten unverändert beibehalten werden, ob imperiale und metrische Einheiten parallel angegeben werden müssen und ob die Terminologie der lokalen Branchenüblichkeit entspricht. Enthält die Seite Tabellen, kann der längere deutsche Text zu Zeilenumbrüchen, einer eingeengten Spaltenbreite oder einem Überlauf auf Mobilgeräten führen. All dies lässt sich durch die Wortzahl nicht abbilden.
Im Umfeld der integrierten Website- und Marketingdienstleistungen wird die Übersetzung von Website-Inhalten häufig nicht einmalig geliefert, sondern parallel zur Indexierung, zu Werbekampagnen und zu Tests von Landingpages durchgeführt. Dabei kann ein Begriff nicht zwangsläufig auf der gesamten Website unverändert verwendet werden. Der Titel der Startseite soll zu natürlichen Klicks anregen, während auf einer Seite mit technischen Spezifikationen die Präzision im Vordergrund steht und eine Werbe-Landingpage zugleich eine überzeugende Ausdrucksweise und eine gute Conversion berücksichtigen muss. Wenn bei einer Abrechnung nach Wortzahl nicht klar definiert ist, ob die Anpassung von Keywords und kleinere semantische Anpassungen der Seite enthalten sind, wirkt der niedrige Preis zwar zunächst attraktiv. Die zeitaufwendigsten Arbeiten können jedoch ausgeschlossen sein.
Eine Abrechnung pro Seite bedeutet nicht einfach „ein Preis pro Seite“. Voraussetzung für eine sinnvolle Seitenkalkulation ist zunächst die Unterscheidung verschiedener Seitentypen. Reine Artikelseiten, Listenseiten, Produktdetailseiten, Lösungsseiten, Formularseiten und Aktionsseiten unterscheiden sich erheblich im Arbeitsaufwand. Ob die Seite modulare Komponenten enthält, ob einzelne Elemente im Backend ersetzt werden müssen, ob die Weiterleitung von Schaltflächen geprüft werden soll und ob eine Logik für den Sprachwechsel beteiligt ist, wirkt sich ebenfalls auf die Kosten aus.
Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie dem Prozess bis zur Veröffentlichung näherkommt. Besonders bei dynamischen Websites stehen hinter einigen sichtbaren Textblöcken oft Templates, Kategorien, Komponenten und die Aktualisierung des Caches. Bei einer Abrechnung pro Seite lassen sich bei klar definiertem Leistungsumfang in der Regel leichter folgende Leistungen in dasselbe Angebot aufnehmen: Einpflegen der Inhalte, Korrektur des Layouts, Anpassung von Schaltflächentexten, Empfehlungen zum Ersetzen von Texten in Screenshots, grundlegende Prüfung nach der Veröffentlichung sowie die gleichzeitige Aktualisierung der Meta-Informationen nach der Übersetzung.
Genau darin liegt auch das Problem. Bei einer Abrechnung pro Seite ist eine unklare Definition des Begriffs „Seite“ besonders riskant. Manche rechnen eine URL als eine Seite ab, andere berechnen unterschiedliche Sprachversionen desselben Templates jeweils separat. Wieder andere behandeln Pop-ups, Bestätigungsseiten nach dem Absenden eines Formulars und Seiten mit Filterergebnissen als eigenständige Seiten. Wenn der Leistungsumfang vor der Angebotserstellung nicht eindeutig festgelegt wird, kommt es häufiger zu späteren Streitigkeiten als bei einer Wortabrechnung.

Wenn eine Seite verschiedene verschachtelte Inhalte enthält, empfiehlt es sich, die Kalkulationslogik zunächst aufzuteilen und beispielsweise separat festzulegen, ob Fließtext, Komponenten, Tabellen, SEO-Felder, die Bearbeitung von Texten in Bildern sowie das Hochladen und Veröffentlichen jeweils berechnet werden. Selbst wenn letztlich ein Pauschalpreis pro Seite gewählt wird, lässt sich so erkennen, welche Kosten tatsächlich außerhalb der Übersetzung entstehen.
Bei Projekten zur Übersetzung von Website-Inhalten werden vier Arbeitsbereiche besonders häufig unterschätzt.
Daher ist ein direkter Vergleich von Preisen wie „pro tausend Wörter“ oder „pro Seite“ nur eingeschränkt aussagekräftig. Effektiver ist es, zunächst den Lieferumfang zu klären. Nur wenn der Lieferumfang identisch ist, lassen sich Einheitspreise sinnvoll vergleichen.
Ein praktisches Kriterium lautet: Können die Texte vollständig exportiert und unabhängig Korrektur gelesen werden? Wenn ja, ist eine Abrechnung nach Wortzahl in der Regel geeigneter. Wenn nein, ist eine Abrechnung pro Seite oder eine gemischte Abrechnung zuverlässiger.
Wenn beispielsweise bereits eine vollständige chinesisch-englische Vergleichstabelle vorhanden ist, Produktparameter einheitlich in Tabellen gepflegt werden und für SEO-Felder eine separate Liste vorliegt, eignet sich das Projekt eher für eine Abrechnung nach Wortzahl zuzüglich eines geringen Zeitaufwands für die Veröffentlichung. Wenn die Inhalte dagegen über CMS, Entwürfe, Bilder, den Cache alter Seiten und Plugin-Module verteilt sind und die Übersetzer beim Bearbeiten gleichzeitig suchen und prüfen müssen, entspricht eine Abrechnung pro Seite eher dem tatsächlichen Aufwand.
Eine weitere häufige Situation ist: „Wenige Seiten, aber jede einzelne ist umfangreich.“ Bei Websites für Industrieanlagen kann eine einzelne Detailseite beispielsweise den Verwendungszweck der Anlage, den Prozessablauf, die Verarbeitungskapazität, den Energieverbrauchsbereich, die Installationsbedingungen, Schnittstellenabmessungen, Wartungshinweise, Transportverpackung und eine Liste optionaler Komponenten enthalten. Der Fließtext wirkt vielleicht nicht besonders lang, doch jeder einzelne Punkt erfordert eine präzise Terminologie sowie eine einheitliche Schreibweise von Einheiten und Parametersymbolen. Wenn in diesem Fall unbedingt nach Wortzahl und zu einem möglichst niedrigen Preis abgerechnet wird, bearbeitet der Anbieter häufig nur den kopierbaren Fließtext, während ausgerechnet die wichtigsten Parameterabschnitte am oberflächlichsten geprüft werden.
Für Websites, die langfristig gepflegt werden müssen, ist eine gemischte Abrechnung meist praktischer: Fließtext nach Wortzahl, Template-Seiten pro Seite sowie die Bearbeitung von Texten in Bildern, SEO-Felder, das Hochladen und Veröffentlichen sowie eine zweite Korrektur separat. So wird das Budget nicht durch „komplexe Seiten“ insgesamt übermäßig erhöht, während Arbeiten mit hoher Komplexität auch nicht in einem niedrigen Preis pro Wort untergehen.
Bei manchen Projekten kommen außerdem Downloadmaterialien, Whitepaper oder forschungsorientierte Inhalte hinzu. Die Bearbeitung von Seiteninhalten und Anhängen folgt dabei nicht derselben Logik. Wenn beispielsweise ein titelartiges Material wie Investitionsforschung zum Umweltfonds in der Energieeinsparungs- und Umweltschutzbranche gleichzeitig auf einer Listenseite, einer Detailseite, einer Download-Schaltfläche und im Dateinamen des Anhangs erscheint, reicht es nicht aus, den Fließtext nur einmal zu übersetzen. Linktext, Ankertext und Seitenkontext müssen ebenfalls berücksichtigt werden, damit die Anzeige auf der Website und der Name der heruntergeladenen Datei nicht voneinander abweichen.
Zunächst sollte die Form der Ausgangsdateien geklärt werden. Handelt es sich um Word, Excel, einen Export aus dem CMS-Backend oder eine Textebene in Figma, oder müssen die Inhalte Seite für Seite direkt aus der Website extrahiert werden? Dies bestimmt sowohl die Methode der Mengenermittlung als auch, ob zusätzlicher Aufwand für die Aufbereitung entsteht.
Anschließend sollte geklärt werden, ob Maßnahmen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung enthalten sind. Viele Übersetzungsangebote decken nur die Lieferung der Texte ab, nicht jedoch das Einpflegen im Backend, die Prüfung des Layouts, die Kontrolle von Links oder den Test des Sprachwechsels. Wenn die Website Formulare, Anfrage-Schaltflächen, einen Warenkorb, eine Regionsauswahl oder ein Downloadcenter enthält, sollte der Testumfang als Angebotsbedingung festgehalten werden.
Danach sollte geprüft werden, ob SEO-Felder enthalten sind. Seitentitel, Beschreibungen, Bild-Alt-Texte, URL-Slugs und interne Ankertexte müssen möglicherweise separat bearbeitet werden. Besonders bei mehrsprachigen Websites führt eine Übersetzung, die nur den Fließtext berücksichtigt, dazu, dass der Seiteninhalt nach der Veröffentlichung in einer anderen Sprache vorliegt, während die Suchzugänge weiterhin in der Ausgangssprache bleiben. Eine spätere Überarbeitung ist dann erforderlich.
Zum Schluss sollte die Anzahl der Änderungsrunden bestätigt werden. Manche Angebote wirken zwar günstig, enthalten aber nur eine einmalige Lieferung und keine Korrektur der Terminologie oder kleinere Anpassungen an der Seite. Sobald übersetzte Website-Inhalte in die tatsächlichen Seiten integriert werden, bestehen die häufigsten Probleme nicht in Grammatikfehlern, sondern in zu langen Schaltflächen, umgebrochenen Tabellen, uneinheitlichen Feldern oder unterschiedlichen Bezeichnungen ähnlicher Produkte. Ohne einen grundlegenden Spielraum für Überarbeitungen werden die anfangs eingesparten Kosten später leicht durch viele kleinere Änderungen wieder aufgebraucht.
Wenn ein aktuelles Projekt sowohl Artikelseiten als auch Produkt- und Downloadseiten umfasst, führt es in der Regel nicht zum sinnvollsten Ergebnis, alles nach derselben Methode abzurechnen. Ob Website-Inhalte nach Wortzahl oder pro Seite berechnet werden sollten, hängt meist von der Seitenstruktur, dem Schwierigkeitsgrad der Terminologie, der erforderlichen Unterstützung bei der Veröffentlichung sowie davon ab, ob zusätzlich Such- und Conversion-Semantik berücksichtigt werden müssen. Wenn diese Grenzen im Vorfeld klar festgelegt werden, erhält das Angebot einen höheren Vergleichswert und die späteren Kosten lassen sich besser kontrollieren.
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