Beim Eintritt in Auslandsmärkte ist es wichtiger, zunächst festzustellen, „in welcher Phase man sich aktuell befindet“, als zuerst zu entscheiden, welcher Kanal eingesetzt werden soll. Marken, die gerade erst die Nachfrage validieren, sollten sich darauf konzentrieren, aussagekräftiges Feedback für fundierte Entscheidungen zu erhalten. Marken mit stabilen Aufträgen, deren Wachstum jedoch nachlässt, müssen ihre Traffic-Struktur und Conversion-Effizienz verbessern. Marken, die bereits mehrere Regionen abdecken, müssen hingegen Sprache, Inhalte, Angebote und Betriebsabläufe aufeinander abstimmen. Werden diese Fragen in einer einzigen Lösung für die internationale Markenexpansion vermischt, führt dies häufig dazu, dass Websites mehrfach überarbeitet werden, Werbedaten schwer zuzuordnen sind und Inhalte zunehmend unstrukturiert werden.
Marktphasen sollten nicht allein danach beurteilt werden, „ob bereits exportiert wird“. Vorhandene Auslandsaufträge bedeuten nicht zwangsläufig, dass der lokale Markt bereits validiert ist; Website-Besuche bedeuten ebenso wenig, dass ein funktionierender Weg zur Kundengewinnung besteht. Sinnvoller ist es zu beobachten, ob eine Marke bereits drei Fragen beantworten kann: Ist die Zielkundschaft klar definiert? Wird das Wertversprechen verstanden? Gibt es eine reproduzierbare Methode zur Kontrolle der Kundengewinnungskosten?
Diese drei Phasen folgen nicht zwingend einer zeitlichen Reihenfolge. Eine Marke kann sich in Nordamerika bereits in der Skalierungsphase befinden, während sie in Südostasien noch in der Erprobungsphase ist. Daher ist es zuverlässiger, für jeden Markt eigene Ziele und Budgetgrenzen festzulegen, als alle Länder in denselben Vermarktungsplan aufzunehmen.
Ein häufiger Fehleinschätzung in der Erprobungsphase besteht darin, die Unternehmenswebsite wie ein vollständiges Markenhandbuch aufzubauen. Die Seiten sind zwar sehr umfangreich, bieten jedoch keinen Handlungsweg für einen konkreten Bedarf. Benötigt wird vielmehr eine klar strukturierte internationale Website: Besucher sollten nach dem Aufruf schnell Produktkategorien, Anwendungsszenarien, wichtige Spezifikationen, den Lieferumfang und Kontaktmöglichkeiten erkennen können. Bei B2B-Geschäften sollte der Grad der Offenlegung von Produktparametern, Mindestbestellbedingungen, Verpackungsarten und Musterprozessen anhand der Qualität der Anfragen entschieden werden. Zu wenige Informationen erschweren die Filterung des Bedarfs, während zu viele Informationen die Kommunikation möglicherweise frühzeitig auf Preisvergleiche festlegen.
Auch die Seitensprache sollte nicht Satz für Satz direkt übersetzt werden. Begriffe wie „Stärke“ oder „Qualitätssicherung“ aus chinesischen Texten bieten auf internationalen Webseiten meist keine nachvollziehbare Grundlage. Sie sollten in überprüfbare Informationen überführt werden, etwa zur Herkunft der Rohstoffe, zu Verarbeitungsschritten, Spezifikationsbereichen, Arten von Prüfunterlagen, zur Kommunikation von Lieferzeiten oder zu anpassbaren Optionen. Lokalisierung bedeutet hier nicht, Wörter zu ersetzen, sondern die Reihenfolge der Informationen entsprechend dem Kundenverständnis neu zu ordnen.
Kanäle zur Kundengewinnung sollten ausreichend klar unterscheidbar bleiben. Suchanzeigen eignen sich zum Testen eindeutiger Suchbegriffe mit konkretem Bedarf, während sich Social-Media-Inhalte besser dazu eignen, Reaktionen der Zielgruppe auf Produktvorteile, visuelle Materialien und Anwendungsszenarien zu beobachten. Wenn beide auf die Startseite führen, lässt sich später nur schwer feststellen, ob das Problem bei den Keywords, den Werbemitteln oder der Seite selbst liegt. In der Erprobungsphase sollten für unterschiedliche Anzeigengruppen oder Inhaltsthemen passende Landingpages eingerichtet und Quellen, Formularübermittlungen, E-Mail-Anfragen sowie der Status nachfolgender Geschäftschancen einheitlich erfasst werden.

Wenn die Besucherzahlen steigen, qualifizierte Anfragen jedoch nicht entsprechend zunehmen, sollte dies nicht unmittelbar dem Webdesign oder der Anzeigenqualität zugeschrieben werden. Zunächst muss getrennt geprüft werden: Kommen die Besucher aus den Zielregionen? Zeigen die Suchbegriffe Kaufabsicht? Beantwortet die Seite ihre aktuellen Fragen? Fordert das Formular zu viele Informationen an? Eine Fehlanpassung in jedem dieser vier Schritte kann zu ähnlich niedrigen Conversion-Raten führen.
So kann beispielsweise Traffic über allgemeine Branchenbegriffe hoch sein, während Besucher auf wissensorientierten Seiten verweilen. Dies zeigt, dass die Inhalte eine Informations- und Awareness-Aufgabe erfüllen und nicht allein anhand der Anzahl der Anfragen bewertet werden sollten. Umgekehrt sollte Traffic, der über konkrete Modelle, Anwendungen oder Verpackungsanforderungen auf Produktseiten gelangt, einen kürzeren Anfrageweg erhalten. Werden diese beiden Traffic-Arten auf dieselbe Seite geleitet und mit demselben Formular erfasst, wirken die Daten zwar vollständig, können aber tatsächlich keine Anpassungen steuern.
Der Website-Aufbau in der Wachstumsphase sollte sich von „Seiten online stellen“ zu „Seiten mit klaren Aufgaben“ entwickeln. Kernproduktseiten erläutern Spezifikationen und Unterschiede; Branchenanwendungsseiten erklären Nutzungsszenarien und Beschaffungsaspekte; Fallstudien oder Nachrichteninhalte schaffen Vertrauen und sorgen für organische Suchabdeckung; Werbe-Landingpages konzentrieren sich auf ein einzelnes Versprechen und sollten keine komplexe Navigation enthalten. Jede Seitenart sollte eigene Conversion-Aktionen haben, etwa eine Preisanfrage, Musteranfrage, einen Katalogdownload oder die Vereinbarung eines Beratungsgesprächs, anstatt auf allen Seiten denselben Button zu wiederholen.
Marken aus den Bereichen Landwirtschaft, Agrarprodukte und Lebensmittel müssen insbesondere ein Gleichgewicht zwischen visueller Darstellung und Informationen schaffen. Die Textur der Rohstoffe sowie grüne und warmgelbe visuelle Grundtöne können natürliche Eigenschaften vermitteln, ersetzen jedoch keine Transaktionsinformationen wie Spezifikationen, Herkunftschargen, Verpackungsformen sowie Lager- und Transportbedingungen. Bei Seitenstrukturen wie Landwirtschaft, Agrarprodukte, Lebensmittel können Kernkategorien großformatig dargestellt werden, während Produktgitter, Serviceversprechen, Nachrichteninhalte und Formulare für individuelle Verpackungen unterschiedliche Besuchsabsichten auffangen. So wird verhindert, dass Besucher nur den Markenauftritt sehen, aber keinen nächsten Schritt finden.
Nach dem Eintritt in mehrere Regionen sind mehrsprachige Seiten oft der Bereich, der am häufigsten überarbeitet werden muss. Wird die Struktur der ursprünglichen Website direkt kopiert und anschließend in mehrere Sprachen übersetzt, scheint dies oberflächlich Märkte abzudecken, kann jedoch unterschiedliche lokale Verständnisse von Einheiten, Abmessungen, Währungen, Lieferhinweisen und Produktbezeichnungen ignorieren. Vor dem Start einer Sprachversion sollte zunächst geklärt werden, welche Seiten eigenständige regionale Inhalte benötigen und welche Inhalte weltweit einheitlich bleiben können.
Zur lokalisierten Umsetzung gehört auch das Reaktionstempo. Die auf der Seite zugesagte Antwortzeit, automatische Formular-E-Mails, die Sprache der Angebotsunterlagen und Kontaktinformationen müssen übereinstimmen. Wenn Anzeigen Besucher auf Seiten in der lokalen Sprache führen, die Antworten auf Anfragen jedoch weiterhin in einer unpassenden Sprache oder mit unpassenden Vorlagen erfolgen, werden die Investitionen im Frontend während der Kommunikation wieder zunichtegemacht. Bei Geschäften mit hohem Auftragswert oder kundenspezifischen Anforderungen sollten Website-Formulare die Variablen erfassen, die den Preis tatsächlich beeinflussen, etwa Verwendungszweck, voraussichtliche Bestellmenge, Verpackungsanforderungen und Zielort, statt nur Name, E-Mail-Adresse und Unternehmensname abzufragen.
Verschiedene Phasen benötigen unterschiedliche Hauptkennzahlen. In der Erprobungsphase stehen qualifizierte Besucherquellen, die Abschlussrate von Formularen und die Frage im Mittelpunkt, ob der Inhalt der Anfragen dem vorab definierten Bedarf entspricht. In der Wachstumsphase geht es um die Conversion-Kette von der Seite zur Anfrage, die Qualität der Geschäftschancen aus den einzelnen Kanälen sowie die Kosten wiederholter Ansprache. In der Expansionsphase sollten dagegen die Wiederverwendungsrate regionaler Inhalte, der Pflegeaufwand für Sprachversionen und die einheitliche Definition von Leads in den einzelnen Märkten beobachtet werden. Werden Traffic-Ziele der Skalierungsphase auf einen Erprobungsmarkt übertragen, kann dies leicht zu wirkungslosen Impressionen führen. Umgekehrt führt die ausschließliche Bewertung von Content-Aufbau anhand kurzfristiger Anfragen der Erprobungsphase dazu, dass der Aufbau langfristiger Suchressourcen zu früh eingestellt wird.
Der Wert einer Lösung für die internationale Markenexpansion liegt nicht darin, Maßnahmen für Website-Erstellung, Inhalte, Werbung und Social Media zu bündeln, sondern darin, dass jede Maßnahme dem aktuell wichtigsten zu validierenden oder zu skalierenden Schritt dient. Erst wenn die Marktphase klar definiert ist und anschließend die Website-Funktion sowie die Aufgabenverteilung der Kanäle geplant werden, erhalten spätere Budgetanpassungen, Inhaltsiterationen und Lokalisierungsinvestitionen eine nachvollziehbare Grundlage.
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